Neuer Schub für Bundesasylzentrum in Kappelen

Kappelen/Lyss

Der Bund will in Lyss ein Bundesasylzentrum installieren. Die Gemeinderäte von Lyss und Kappelen können sich vorstellen, dass dieses anstelle des heutigen Durchgangszentrums zu stehen kommt.

Das Durchgangszentrum Kappelen unmittelbar an der Grenze zu Lyss ist ein möglicher Standort für ein Bundesasylzentrum.

Das Durchgangszentrum Kappelen unmittelbar an der Grenze zu Lyss ist ein möglicher Standort für ein Bundesasylzentrum.

(Bild: Patrick Weyeneth/BT)

Ein Bundesasylzentrum an Stelle des bisherigen kantonalen Durchgangszentrums ist für die Gemeinderäte von Kappelen und Lyss unter bestimmten Bedingungen vorstellbar. Das sagen sie nach einem Treffen mit Vertretern des Bundes und des Kantons.

In einer gemeinsamen Mitteilung vom Dienstag schreiben die beiden Gemeinderäte, Vertreter von Bund und Kanton hätten ihnen gesagt, das Durchgangszentrum Kappelen unmittelbar an der Grenze zu Lyss sei ein möglicher Standort für ein Bundesasylzentrum.

Dasselbe gelte für den Waffenplatz Lyss - allerdings nicht vor dem Jahr 2025. Entscheide seien aber noch nicht gefällt und man rede mit vielen Gemeinden.

Der Gemeinderat von Kappelen sieht «keine grundsätzlichen Probleme», wenn das heutige kantonale Durchgangszentrum zu einem Bundeszentrum umgewandelt würde. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die heute geltenden Vereinbarungen mit dem Kanton vom Bund übernommen würde und dieser auch die baurechtlichen Vorschriften einhalte.

Heute gilt laut der Mitteilung die Vereinbarung, dass der Kanton Bern Belastungen, welche der Gemeinde Kappelen aus dem Betrieb des Zentrums entstehen, abnimmt respektive abgilt.

Wegen der kürzeren Aufenthaltsdauer der Asylsuchenden und Sonderregelungen in einem Bundesasylzentrum könnten sich sogar Entlastungen ergeben, glaubt der Kappeler Gemeinderat. Er habe jedenfalls den Vertretern des Kantons und des Bundes «einen konstruktiven Dialog zugesichert».

Lyss will auf keinen Fall zwei Zentren

Auch der Lysser Gemeinderat würde die Umwandlung des heutigen kantonalen Durchgangszentrums Kappelen-Lyss zu einem Bundeszentrum «in einem ähnlich konstruktiven Rahmen» unterstützen, wie er das schon heute tue. Er sei sich der Verantwortung im Bereich Asyl bewusst, heisst es in der Mitteilung.

Für den Lysser Gemeinderat ist aber ein Bundesasylzentrum auf dem Terrain des Waffenplatzes «klar nicht auf der Wunschliste». Falls sich dieser Standort durchsetzen würde, wäre es von grosser Bedeutung, welche flankierenden Massnahmen umgesetzt würden.

«Was der Gemeinderat klar ablehnt, ist die Realisierung von zwei Zentren», schreibt der Lysser Gemeinderat am Schluss der Mitteilung.

mib/sda

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