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Neuer Tiefbahnhof: Lockergestein macht Probleme

Ein Berner Tiefbahnhof müsste 25 Meter unter der Oberfläche liegen. Das sagt ein Ingenieur nach geologischen Bohrungen.

Im geplanten Tiefbahnhof für RBS und S-Bahn dürften die Pendlerwege lang werden. 25 Höhenmeter müssten Reisende via Rolltreppe überwinden, um von den Perrons an die Oberfläche zu gelangen. Eine andere Lösung sei aus geologischer Sicht kaum realisierbar, sagte Bauingenieur Kurt Wagner gestern an einer Medienkonferenz. Mit dieser Aussage reagierte der CEO der Emch und Berger AG auf wiederholte Kritik von Eisenbahn- und Architekturjournalisten; diese hatten moniert, der geplante Bahnhof liege zu tief.

Schanzenpost ist zu schwer

Doch geologische Bohrungen im Bahnhofgebiet haben die Befürchtungen der Planer bestätigt: Der Untergrund besteht aus Sandstein (Molasse) und Lockergestein mit Grundwasser. «Das ist wie eine Badewanne voller Steine», sagte Kurt Wagner.

Zum instabilen Untergrund kommt hinzu: Die Schanzenpost (3-stöckig) und das Bahnhofparking drücken mit ihrem gigantischen Gewicht auf den Bahnhof. Deshalb wird die bereits bestehende SBB-Perronhalle mit Stahlträgern im Abstand von jeweils 20 Metern abgestützt. Jede dieser Stützen trägt über 1000 Tonnen – oder umgerechnet das Gewicht von 15 Lokomotiven.

Zahlreiche Baurisiken

Dank der geplanten Tiefe könnten die Risiken während der Bauzeit auf ein Minimum begrenzt werden, sagt Ingenieur Wagner. Denn ein Expertenteam hat über 110 Risikopunkte für das umstrittene Jahrhundertbauwerk (siehe Kasten) eruiert. Daraus wurden 4 Hauptrisiken formuliert: Wassereinbrüche; Instabilitäten; Schäden an Gebäuden und Gleisanlagen sowie Betriebsunterbrüche auf den bestehenden Bahnlinien.

Ein Problem bleibt bestehen: Auch die Züge müssen dereinst die beachtliche Höhendifferenz überwinden. Auf 100 Meter kann ein Zug aber bloss drei Höhenmeter überwinden; deshalb müssten die SBB-Geleise bereits ab dem Wylerfeld abgesenkt werden.

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