Neues Portal für lernhungrige Berner

Bern

Bier brauen, Aaresurfen, Fliegenfischen: Es gibt viele Dinge, die man lernen möchte, aber nirgends ein Kursangebot dazu findet. Hier kommt Classery ins Spiel. Das Berner Unternehmen vermittelt für noch so spezielle Wünsche einen Coach.

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Michael Bucher@MichuBucher

Dino und Mel möchten das Alphornspielen lernen. Roland und Isabelle hingegen möchten Tipps erhalten, wie man beim Kochen die richtigen Messer benutzt. Und Raphael schliesslich möchte Gitarre spielen können, wie Seu Jorge aus Brasilien. Ihnen fehlt bisher noch ein Coach, der ihnen diese Fertigkeiten beibringt. Ihre Lernwünsche haben sie auf der Website des Online-Portals namens Classery gepostet. Denn das Berner Startup-Unternehmen verfolgt das Ziel, nachfrageorientierte Lernkurse auf die Beine zu stellen.

«Wir wollen keine Kurse anbieten, sondern von den Leuten wissen, was sie gerne lernen möchten», sagt Yasmin Ablondi. Die 25-jährige Bernerin mit spanisch-italienischen Wurzeln ist Community Managerin beim siebenköpfigen Non-Profit-Unternehmen. Das heisst, sie macht sich in den unendlichen Weiten des Internets auf die Suche nach einem Coach, der die Kurswünsche der Classery-Community erfüllen kann. Oder aber es findet sich ein Kursleiter in der Community selbst. Diese ist im ersten Jahr, seit es das Projekt gibt, auf rund rund 500 Mitglieder angewachsen.

Bereits 120 Kurse organisiert

Das Online-Portal basiert auf dem Prinzip der «Share Economy» (auf deutsch: teilende Wirtschaft). Andere Beispiele hierfür sind etwa das Autoausleih-Portal «Sharoo». Hier können Autolenker, die an gewissen Tagen ihr Auto nicht brauchen, dieses zu einem festgelegten Preis an Personen ausleihen, welche kurzfristig eines benötigen. Das Unternehmen und ihre Website figurieren dabei ausschlisslich als Vermittler von Anbietern und Nachfragern.

Genau so verhält es sich bei Classery. Nur dass es hier um Kurse geht, wie man Schach spielt, einen Flik-Flak hinbekommt oder einen Homerun schlägt beispielsweise. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt – vorausgesetzt es findet sich irgendwo ein Kursleiter.

Classery ist das 2013 gegründete Startup der Berner Softwareentwicklungsfirma Iterativ GmbH. Die Beiträge, welche die Kursteilnehmer zahlen müssen, gehen 1:1 in die Tasche des Coaches, der diesen anbietet. Ob das bisherige Non-Profit-Unternehmen über die Jahre weiterbestehen kann, wird im nächsten Frühjahr entschieden.

Immerhin rund 120 Kurse konnten so im ersten Jahr durchgeführt werden. Meistens finden diese gleich beim Coach zu Hause statt, wie etwa letztes Wochenende ein Bierbraukurs. «Dieser Lernwunsch war äusserst weit verbreitet, der Kursleiter konnte aus Platzgründen jedoch nur sechs Personen bei sich zu Hause empfangen», sagt Ablondi.

In Ausnahmefällen, wie etwa bei einem Poker-Kurs von letzter Woche, stellt Classery auch ihr Büro an der Eigerstrasse in Bern zur Verfügung. Die Kurse, die angeboten werden, sind eher Crash-Kurse denn intensive Ausbildungen. Es sollen nur einmalige Kurse à durchschnittlich drei bis vier Stunden sein. So will es das Classery-Reglement.

Videowettbewerb lanciert

Die neuste Aktion des Online-Portals ist ein Wettbewerb. Bei diesem sollen lernhungrige Personen ein Video oder ein Bild einsenden, auf dem sie – ohne Worte zu benutzen – darstellen, was sie nicht können, aber unbedingt lernen wollen. Dem Gewinner, inklusive dessen Freunde, winkt ein Kurs im Wert von 500 Franken. «Die am kreativsten gestaltete Einsendung wird gewinnen», meint Yasmin Ablondi.

www.classery.com

thunertagblatt.ch/Newsnetz

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