Neues Taiji-Zentrum im «Breitsch»

Bern

An der Breitenrainstrasse wurde bis vor Kurzem noch gedruckt und gestanzt. Nun haben Barbara und Jaewoo Lee ein Taiji-Trainingszentrum eröffnet.

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Claudia Salzmann@C_L_A

Umbruch an der Breitenrainstrasse im Breitenrain-Quartier: Die Druckerei Boss ist von der Breitenrainstrasse 17a an den Zikadenweg umgezogen. Die Druckerei Schenker, die beim Hauseingang 17 angesiedelt war, hat Ende Jahr dichtgemacht.

Und so beginnt eine neue Arä. In den ehemaligen Boss-Räumen geht es nun einiges ruhiger zu und her. Barbara und Jaewoo Lee haben sich ihren gemeinsamen Traum erfüllt. Der Raum, wo vorher die Maschinen standen, ist jetzt lichtdurchflutet, parkettiert und verspiegelt. Seit dem 1. März wird hier die chinesische Kampfkunst Taiji praktiziert, geleitet vom Ehepaar Lee. «Wir wagen etwas. Wenn nicht jetzt, wann sollen wir dann selbstständig werden», erklären die beiden.

Vom Teeladen zur Taiji-Akademie

Die 43-jährige Bernerin Barbara Lee-Gehring macht seit fast einem Jahrzehnt Taiji. «Ich bin spät zur Kampfkunst gekommen», erinnert sich die Turnlehrerin. Doch das habe sie derart gepackt, dass sie sogar ein Jahr in China bei einem Taiji-Master verbrachte. Und der Zufall wollte, dass er auch Jaewoos Master war und so startete ihre Liebesgeschichte. «Wir hatten eine Skype-Beziehung und seit Sommer 2013 ist er in Bern», erklärt Barbara Lee, während ihr Mann Tee zubereitet. Der 48-Jährige kommt ursprünglich aus Südkorea, wo er seit dem Jahr 2000 Taiji macht und unterrichtet.

2010 startete er mit Baji, eine intensive Kampfkunst aus China (Details siehe Box). Jaewoo strahlt mit seiner ruhigen Art auf den ganzen Raum aus. So glaubt man es ihm sofort, dass er ein Jahr meditiert hat, um Mönch zu werden, wie er erzählt. Doch es sollte alles anders kommen: In Korea arbeitete er als Zimmermann, besass einen eigenen Teeladen und führt nun in Bern die Taiji-Akademie.

Von der Aare in den «Breitsch»

In den vergangenen Wochen haben die Lees umgebaut. Dass sie turbulente Zeiten hinter sich haben, merkt man ihnen nicht an. Komplett ausbalanciert sitzen die beiden im Vorraum des Trainingszimmers und nippen Tee. Balance ist auch das, worum es beim Taiji massgeblich geht. Sie unterrichten hier den ursprünglichsten Stil, Chen Taiji. So heisst auch ihr Master Chen Bing, ein Nachkomme der Chen-Familie, die den Stil begründete. Eine Kostprobe:

Quelle: Youtube.com

In den Kursen sind sie permanent dabei, ihre Schüler in den Positionen zu korrigieren. Gibt es da Unterschiede zu koreanischen Taiji-Lernenden? «Eigentlich nicht», sagt Jaewoo. «Aber ich frage immer, ob ich die Leute anfassen darf. Ohne das geht es gar nicht.»

Davor waren sie im Maru Dojo in der ehemaligen Brauerei Gassner angestellt, wo es langsam eng geworden sei. Mit den neuen Räumen sind sie sehr glücklich. «Zwar ist es nicht so grün wie vorher, doch dafür sind wir mitten im Quartier», freut sich die Berner Kampfkunstsportlerin.

Ein Einsprachefrist zum Baugesuch läuft bis 10. April 2015.

thunertagblatt.ch/Newsnetz

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