Nidau unterstützt A5-Westast-Projekt des Kantons

Nidau

Nur das offizielle Projekt zur A5-Westumfahrung könne Nidau nachhaltig vom Verkehr entlasten, glaubt der dortige Gemeinderat.

Aus Nidauer Sicht ein zentraler Punkt des Projekts: Die geplante Brücke des Autobahnzubringers bei der Schleuse Port sowie der Porttunnel.

Aus Nidauer Sicht ein zentraler Punkt des Projekts: Die geplante Brücke des Autobahnzubringers bei der Schleuse Port sowie der Porttunnel.

Die Stadt Biel hält an ihrer Forderung nach einem breiten Dialog zum Westast der A5-Autobahnumfahrung fest. Ziel müsse sein, sich gemeinsam auf die weiteren Schritte zum umstrittenen Projekt zu verständigen.

Aktuell herrsche in Biel «eine grosse Skepsis» und «ein substanzieller Widerstand» gegenüber dem offiziellen Ausführungsprojekt, teilte der Bieler Gemeinderat am Freitag mit. Der Westast sei für die Entwicklung von Stadt und Region «ein sehr bedeutendes Projekt mit grosser Langzeitwirkung.»

Dass darüber intensiv diskutiert und auch kritische Fragen gestellt würden, sei «verständlich und richtig». Nur so könne erreicht werden, dass das Projekt letztlich von einer klaren Mehrheit der Bevölkerung getragen werde.

Dazu solle ein Dialog zwischen den Behörden von Bund, Kanton und Region mit Vertretern von Befürworten und Gegnern des Ausführungsprojektes installiert werden. Dabei sollten «Meilensteine» zum weiteren Vorgehen sowie ein Zeitplan festgelegt werden.

Der Gemeinderat erinnerte den Kanton am Freitag weiter an die Forderungen eines im Stadtrat von Biel mit grosser Mehrheit verabschiedeten Postulates. Dieses verlangt, dass der Fokus der Abklärungen über die rein verkehrstechnischen Wirkungen hinausgehen soll.

Die Städte Biel und Nidau haben im Rahmen des Einspracheverfahrens zudem verschiedene Forderungen zur «Stadtverträglichkeit» bei Bau und Betrieb des umstrittenen Projektes deponiert.

Nidau unterstützt offizielles Projekt

Auch der Gemeinderat von Nidau forderte den Kanton als Bauherr auf, den Kontakt zur Bevölkerung zu intensivieren. «Der Dialog mit den direkt betroffenen Bürgerinnen und Bürgern sowie mit den A5-Gegnern muss gesucht und aktiv geführt werden», teilte die Stadt Nidau am Freitag ihrerseits mit.

Der Nidauer Gemeinderat unterstützt jedoch explizit das offizielle Projekt der A5-Westumfahrung von Biel. Die Alternativ-Idee der Westast-Gegner sei zwar interessant, führe aber nicht zur gewünschten Verkehrsentlastung von Nidau, schreibt er in der Mitteilung weiter.

Nur mit der projektierten A5-Westumfahrung inklusive Porttunnel könne die hohe Verkehrsbelastung nachhaltig reduziert werden. Einzelne Stadtgebiete wie das Weidteilequartier mit der Bernstrasse würden so komplett vom Durchgangsverkehr befreit.

Der Gemeinderat werde sich dafür einsetzen, dass der Bau des Porttunnels inklusive Wehrbrücke prioritär angegangen werde. Der Tunnel entlastete das Zentrum von Nidau sowie die Gemeinden Port und Ipsach.

Die Autobahn-Umfahrung von Biel sorgt seit Jahrzehnten für rote Köpfe. Manche lehnen eine Stadtautobahn grundsätzlich ab, weil der Verkehr dadurch nur verlagert werde. Andere zweifeln daran, dass das bestehende Ausführungsprojekt die bestmögliche Lösung sei.

Auf Druck des Kantonsparlaments nahm der Berner Regierungsrat in diesem Sommer den Alternativvorschlag eines Bürgerkomitees nochmals unter die Lupe. Er kam Ende August zum Schluss, dass der Alternativvorschlag gewichtige Nachteile habe im Vergleich mit dem offiziellen Ausführungsprojekt.

mb/sda

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