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Nun gibt der Bund dem Tram nach Kleinwabern Schub

Das Tram nach Kleinwabern kommt dank Bundesgeld ab 2019. Und der Autobahnausbau von Muri via Grauholz bis Kirchberg figuriert im Ausbauschritt 2030. Regierungsrätin Barbara Egger stört aber, dass die Verkehrsplanung um den Bahnhof Bern keine Priorität hat.

Das Kleinwabern-Tram kommt ab 2019.
Das Kleinwabern-Tram kommt ab 2019.
zvg
Auf der A6 gibts bis 2030 mehr Luft.
Auf der A6 gibts bis 2030 mehr Luft.
Andreas Blatter
Münsingen soll ab 2019 entlastet werden.
Münsingen soll ab 2019 entlastet werden.
Beat Mathys
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Die Laune der Berner Verkehrsdirektorin Barbara Egger-Jenzer (SP) war am Mittwoch bedeutend besser als vor ein paar Wochen, als der Bund den Ausbau des Lötschberg-Basistunnels zurückstellte.

Am Mittwoch kommunizierte er Erweiterungsprojekte im Nationalstrassennetz und im Agglomerationsverkehr. «Wir sind zufrieden mit der Priorität, die die ­Berner Projekte im nächsten Ausbauschritt des Bundes geniessen», sagt Egger auf Anfrage.

Grauholz-Ausbau ab 2030

Konkret geht es um das Strate­gische Entwicklungsprogramm bis 2030. 13,5 Milliarden Franken will der Bund für diesen Reali­sierungshorizont ausgeben, um Engpässe auf den Autobahnen zu beheben und Projekte in den Agglomerationen anzustossen. Das Geld stammt aus dem Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds, den das Schweizer Volk 2017 an der Urne angenommen hat.

Im Ausbauprogramm für die Nationalstrassen figurieren drei chronisch überlastete Berner Abschnitte von Muri über das Grauholz nach Kirchberg. 2030 soll der Bau des teilweise unterirdisch geführten Abschnitts von Muri nach Bern-Wankdorf für 1,7 Milliarden Franken starten, ebenso der Ausbau der Grau­holzstrecke von Bern-Wankdorf nach Schönbühl auf acht Spu­ren für 157 Millionen und jener des Abschnitts Schönbühl–Kirchberg auf sechs Spuren für 219 Millionen Franken.

«Wir haben das so erwartet», sagt Egger. Für einen früheren Start im Ausbauschritt 2019 sei die Planung zu wenig weit vorangeschritten.

«Wir sind zufrieden mit der Priorität, die die Berner ­Projekte im ­nächsten Ausbauschritt des Bundes geniessen.»

Barbara Egger

Warum der Abschnitt übers Grauholz nun «bloss» mit 157 statt 250 Millionen Franken veranschlagt ist, konnte Egger am Mittwoch nicht sagen. Möglicherweise fehle im Projekt der umstrittene Anschluss nach Zollikofen.

Dass sich das Autobahnstück von Bern-Wankdorf bis Weyermannshaus erst im Ausbauschritt 2040 befindet, leuchtet Egger ein. Denn dabei gehe es um die heikle Verbreiterung des Tiefenauviadukts.

Umfahrung Burgdorf ab 2019

In den absehbaren Genuss von Geldspritzen des Bundes kommen zu Eggers Freude auch einige Berner Agglomerationsstrassen. Ihnen gesteht der Bund Priorität A zu, das bedeutet, dass sie ab 2019 in Angriff genommen werden können.

Zu diesen Projekten gehört die Umfahrungsstrasse Burgdorf, an die der Bund 15 Millionen Franken zahlt. Ebenso die Entlastungsstrasse Nord in Münsingen für 18,7 Millionen, wovon der Kanton Bern ein Drittel oder 6,55 Millionen Franken zahlt.

Kleinwabern-Tram ab 2019

Bei den Agglomerationsprojekten geniesst insbesondere die Verlängerung der Tramlinie 9 von Wabern nach Kleinwabern Priorität A, Baubeginn ist also 2019. Nur Priorität B aber – das bedeutet Baubeginn 2024 – hat eine allfällige Velobrücke in Bern von der Inneren Enge über die Aare bis in die Lorraine.

Für Barbara Egger geht das in Ordnung. «Das Brückenprojekt ist noch nicht so weit gediehen, kürzlich hat man auch über eine neue Berner Autobrücke über die Aare gesprochen», sagt sie.

Einen Wermutstropfen gibt es für Egger bei der Zuteilung der Bundesmillionen doch noch. Den Verkehrsmassnahmen rund um die Bahnhoferweiterung in Bern gibt der Bund bloss die Priorität B mit Realisierungshorizont 2024. «Das ist zu spät, da werden wir beim Bundesrat intervenieren müssen», sagt Barbara Egger.

Denn der erweiterte Bahnhof soll im Jahr 2026 in Betrieb gehen. Bei den Verkehrsmassnahmen geht es etwa um die Neuordnung der Zugänge in den Bahnhof. Bekanntlich soll es einen neuen, dritten Eingang vom Bubenbergplatz her geben.

Noch steht das Ausbauprogramm des Bundes unter Vorbehalt. Bis Ende April geht es in eine Vernehmlassung. Dann müssen es National- und Ständerat genehmigen.

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