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Obergericht beurteilt Mord an der Bushaltestelle

Zu 20 Jahren Gefängnis verurteilte die erste Instanz den Spanier, der im Juli 2013 seine Freundin an einer Bushaltestelle in Bern mit einem Messer ermordete. Am Dienstag wird der Fall nun am Obergericht behandelt.

Der Angeschuldigte am Mittwoch vor dem Regionalgericht: Er hat in der Nacht auf den 17.Juli 2013 im Berner Nordquartier seine Lebenspartnerin erstochen.
Der Angeschuldigte am Mittwoch vor dem Regionalgericht: Er hat in der Nacht auf den 17.Juli 2013 im Berner Nordquartier seine Lebenspartnerin erstochen.
Karin Widmer
Am 17. Juli 2013 entdeckte die Polizei bei der Busstation Markuskirche eine Leiche. Am Montag startet der Prozess.
Am 17. Juli 2013 entdeckte die Polizei bei der Busstation Markuskirche eine Leiche. Am Montag startet der Prozess.
Dominik Galliker
Der 46-jährige Täter wurde gefasst und ist geständig.
Der 46-jährige Täter wurde gefasst und ist geständig.
Jürg Spori
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Das bernische Obergericht befasst sich seit Dienstagmorgen mit dem Tötungsdelikt an einer Berner Bushaltestelle. Der Täter ist ein 47-jähriger Spanier, der im Sommer 2013 seine Lebensgefährtin im Breitfeld erstach. Nach Überzeugung der ersten Instanz handelte es sich um Mord. Das Regionalgericht Bern-Mittelland verurteilte den Mann vor knapp einem Jahr zu 20 Jahren Freiheitsstrafe. Der Spanier zog das Urteil weiter. Sein Verteidiger hatte auf 10 Jahre wegen vorsätzlicher Tötung plädiert.

Der Beschuldigte ist ein 47-jähriger Spanier. Dass er am 17. Juli 2013 morgens um 2 Uhr seine Partnerin bei der Bushaltestelle Markuskirche im Breitfeld umbrachte, bestreitet er nicht. Sein Verteidiger macht aber geltend, dass der Mann an einer schweren Persönlichkeitsstörung leide und in der Tatnacht unter grossem Stress gestanden sei. Er habe davon ausgehen müssen, dass seine Freundin Schluss machen wollte und es auf sein Geld abgesehen hatte.

In der fraglichen Nacht wartete er in der gemeinsamen Wohnung auf die Freundin und deren Kollegin. Als die beiden Frauen nach Mitternacht aufkreuzten, überraschte er sie mit einem Küchenbeil in der einen Hand und einem Messer in der anderen.

Das sei «zugegebenermassen völlig irrational» gewesen, räumte der Verteidiger ein. Aber es sei eben doch ein Versuch gewesen, nochmals mit den beiden Frauen zu reden. Aufgrund der psychischen Dauerbelastung sei es dann zum Kontrollverlust gekommen. Ein Mord sei das nicht gewesen, vielmehr ein Fall von vorsätzlicher Tötung.

«Skrupellose Tat»

Anders sieht es der stellvertretende Generalstaatsanwalt Markus Schmutz. Der Beschuldigte habe das Küchenbeil kurz vor der Tat gekauft und noch geschliffen. Auch andere Vorbereitungshandlungen habe er absolut rational ausgeführt. Nach dem Auftauchen der zwei Frauen sei es rasch zur Eskalation gekommen.

Beide Frauen wurden verletzt. Die Lebensgefährtin - eine 34-jährige Französin - konnte aus der Wohnung flüchten. Der Mann sei ihr zielstrebig verfolgt und habe sie schliesslich auf offener Strasse erstochen, hielt Schmutz fest. Für diese skrupellose Tat seien eine 20-jährige Freiheitsstrafe und eine ambulante Therapie angemessen.

Der Beschuldigte betonte am Dienstag erneut, er bereue seine Tat sehr und entschuldige sich dafür. Das Obergericht verkündet sein Urteil am kommenden Freitag.

SDA/mib

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