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Parlament winkt höhere Lehrerlöhne durch

Dass die Lehrerinnen und Lehrer mehr verdienen sollen, ist im Grossen Rat unbestritten. Den Zugang zum Job will das Parlament gleichzeitig nicht mit neuen Vorschriften versperren.

Die Primarlehrkräfte von der Gehaltsklasse 6 auf 7 angehoben (Archivbild).
Die Primarlehrkräfte von der Gehaltsklasse 6 auf 7 angehoben (Archivbild).
Raphael Moser

20,4 Millionen Franken hat die Regierung eingerechnet, um Lehrerlöhne zu erhöhen und so womöglich den Mangel an Lehrkräften abzumildern. Zwar werden das Budget 2020 sowie die Finanzplanung 2021–2023 erst nächste Woche im Kantonsparlament behandelt. Doch einen Vorentscheid hat der Grosse Rat bereits gefällt: Er hat den Vorstoss von Grossrätin Christine Grogg-Meyer (EVP) und ihrer Partei unterstützt. Demnach werden Primarlehrkräfte von der Gehaltsklasse 6 auf 7 angehoben. Je nach Dienstjahr verdienen Lehrerinnen und Lehrer dieser Stufe also zwischen 250 und 400 Franken mehr monatlich. Der Einstiegslohn für eine 100-Prozent-Stelle steigt demnach von aktuell 5663 auf 5912 Franken im Monat.

Mit zwei weiteren Forderungen drang die Oberaargauerin bei der Regierung nicht durch: mit einer weiteren Gehaltsklassenerhöhung auf 8, was einen Zustupf von zwischen 250 und 400 Franken im Monat bedeutet hätte. Damit wollte sie primär die Attraktivität des Berufs speziell für Männer verbessern. Genauso wie die Bedingungen für die Schulleitungen. Beides könne nicht isoliert betrachtet werden, argumentierte die Regierung dagegen. «Sondern nur im Kontext mit anderen personalpolitischen Massnahmen und im Rahmen der finanzpolitischen Möglichkeiten.» Einfacher gesagt: Das Giesskannenprinzip kann sich der Kanton nicht leisten. Der Pool sei vor einigen Jahren erhöht und alle Schulleitungen 2017 in die Gehaltsklasse 15 heraufgestuft worden.

Lasche Praxis

Die Attraktivität des Lehrberufs mit gezielten Massnahmen fördern: Darin sieht Bildungsdirektorin Christine Häsler (Grüne) eine Daueraufgabe. Just das haben auch Daniel Wildhaber (SP) und Mitunterzeichner seiner Fraktion gefordert und damit bei ihr offene Türen eingerannt.

Eine dieser Massnahmen ist, dass es im Kanton Bern möglich ist, Personen ohne pädagogische Ausbildung anzustellen. Den Zugang zu Fächern mit erhöhtem Unfallrisiko aus Sicherheitsgründen auf entsprechend ausgebildete Lehrkräfte beschränken wollte Andrea Zryd (SP). Fachlich und pädagogisch ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer anstelle von Amateuren – damit lancierte die Sportlehrerin eine Debatte.

«Das beisst sich in den Schwanz», befand Anna-Magdalena Linder (Grüne): dass in Zeiten des Mangels die Ansprüche an die Qualifikationen der Lehrkräfte noch erhöht werden. Gerade Schulen in der Peripherie des Kantons könnte dies hart treffen. Es sei an den Schulleitungen, die Beurteilung der Fachkräfte bei einer Anstellung vorzunehmen. Auf diese Zuständigkeit verwies auch die EVP in Person von Barbara Streit-Stettler, die daran erinnerte, dass nicht ausreichend qualifizierten Lehrkräften die Nachqualifikation an der Pädagogischen Hochschule im Bereich Sport offensteht.

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