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Planerisches Verwirrspiel am Turnweg

Für Strassenmarkierungen gelten strenge Regeln. Bei der Gestaltung von Tempo-20-Zonen hingegen werden viele Gemeinden kreativ. Das Resultat ist oft verwirrend. So etwa in der neuen Begegnungszone am Berner Turnweg.

Turnweg: Was aussieht wie Parkfelder, ist ein Pausenplatz.
Turnweg: Was aussieht wie Parkfelder, ist ein Pausenplatz.
Andreas Blatter

Was am Turnweg auf den ersten Blick aussieht wie neue Parkfelder ist der neuste Wurf der städtischen Verkehrsplaner und nennt sich Begegnungszone. Eine Zone also in der Tempo 20 gilt und Fussgänger Vortritt haben.

Der Umbau des des Turnwegs hat 300'000 Franken gekostet und vergrössert in erster Linie den Pausenplatz des Schulhauses Breitenrain. Bisher galt auf dieser Strasse Tempo 30, das Verkehrsaufkommen war sehr gering und Unfälle gibt es keine zu beklagen, wie Stephan Moser von der städtischen Verkehrsplanung bestätigt. Trotzdem soll die neue Begegnungszone die Sicherheit erhöhen.

«Zuviel Gestaltung lenkt ab»

Bei den motorisierten Verkehrsteilnehmern löst die Zonengestaltung jedoch Verwirrung aus. Sollen sie nun um die blauen Klötze kurven? Für Stefan Plüss von der TCS-Sektion Bern erhöht eine unklar gestaltete Begegnungszone eher die Gefahr. Begegnungszonen müssten überall gleich gestaltet und auf den ersten Blick als solche erkennbar sein. Eine zu verwirrende Gestaltung lenke die Autofahrer ab. «Einheitliche Zonen dagegen erhöhen die Sicherheit, weil jederzeit klar ist, welche Vortrittsregeln gelten.»

Tatsächlich dürfen weder Gemeinden noch Kantone auf den Strassen Fantasiemarkierungen anbringen, sondern müssen sich an die Signalisationsverordnung des Bundes halten. Kontroll- und Bewilligungsbehörde für Gemeinden sind die Kantone. In der Stadt Bern entsprächen sämtliche Begegnungszonen den Signalisationsvorschriften des Bundes und seien vom Kanton bewilligt, erklärt Pierre Ballmann vom kantonalen Tiefbauamt auf Anfrage. «Bei der Gestaltung der Begegnungszonen haben die Gemeinden grösseren Spielraum.»

Diesen nutzten die Verkehrsplaner am Turnweg. Stephan Moser verteidigt die Gestaltung: «Der Verlauf der Fahrbahn ist unter anderem durch die grünen Linien gekennzeichnet und auch nach dem Umbau klar.» Zudem schadet etwas Verwirrung nicht, so eine verbreitete Planermeinung. Moser: «Autolenker fahren noch langsamer, wenn eine Situation nicht sofort klar ist.»

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