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Polo Hofer will es ruhiger angehen

Der Berner Mundartrocker Polo Hofer will künftig etwas kürzer treten.

Bis im Februar soll noch eine CD erscheinen, dann will er nicht mehr so oft auf der Bühne stehen, wie er im «Tagesgespräch» von Schweizer Radio DRS am Montag sagte.

Der 63-Jährige will sich unter anderem vermehrt dem Schreiben widmen. Entstehen sollen Kurzgeschichten, die sich «vielleicht einmal zu einem Roman zusammenfügen».

Hofer schwebt eine Art Schlüsselroman vor, der mit der «Hippie- Zeit» im Berner Oberland zu tun hat, dort wo Hofer im Touristenort Interlaken aufgewachsen ist.

Vielseitig interessiert

Er habe schon immer auch neben der Musik andere Dinge gemacht, betonte der gelernte Handlithograf. So war er beispielsweise journalistisch tätig, machte Radio, spielte in Filmen und initiierte Kulturveranstaltungen wie seinerzeit das Festival Unspunnen-Rock in der Region Interlaken.

In den 1970-er Jahren unternahm er mit der «Härdlütli»-Partei politische Gehversuche in der Stadt Bern. Die «Härdlütli» gaben vor allem im Vorfeld der Stadtratswahlen 1971 zu reden, weil sie nackt auf einem Wahlprospekt «für ein fröhliches Bern» posierten.

Hofer soll dem Vernehmen nach beim Verteilen der Wahlflugblätter von einer älteren Dame geohrfeigt worden sein. «Grüsle syt dir, Grüsle», soll sie sich ereifert haben. Die «Härdlütli» eroberten einen einzigen Stadtartssitz, der aber nicht an Hofer ging. Wenige Jahre später verschwand die Gruppierung von der Bildfläche.

Hofer war stets ein Mann der unverblümten Worte. So outete er sich schon vor Jahren als «Kiffer» und setzte sich für einen straffreien Cannabiskonsum ein.

Vater des Mundartrock

Am kommenden Mittwoch erhält Hofer den mit 20'000 Franken dotierten Musikpreis des Kantons Bern für sein Lebenswerk. Hofer gilt als Vater des Mundartrock.

Gegen diese Bezeichnung hat der Musiker nichts einzuwenden. «Ja, das kann man schon so sehen», sagte er am Montag im Radiointerview. Heute werde das Genre «etwa von der vierten Generation» gepflegt und längst höre man nicht mehr nur Berndeutschen Mundartrock in der Schweiz.

Er sei seinerzeit weniger aus künstlerischer Ambition auf den Mundartrock gekommen als aus praktischen Überlegungen. Er sei damals etwas sesshafter geworden und mit Mundart habe er ein Publikum in seiner Nähe erreicht.

«Polo national» hat rund 350 Lieder getextet und gesungen. Viele davon sind in der ganzen Schweiz bekanntgeworden, manche wurden zu eigentlichen Volksliedern, etwa der «Kiosk» oder «Alperose».

Dieses Lied von Hofer und Hanery Ammann aus dem Jahr 1985 wurde vor zwei Jahren vom Schweizer TV-Publikum als grösster Schweizer Hit der letzten 70 Jahre erkoren. Seit 1976 erhielt Hofer mit seinen Bands insgesamt 15 Mal Gold und 8 Mal Platin für Tonträger.

SDA

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