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Randgebiete besser erschliessen

Auch in grösseren oder stadtnäheren Gemeinden gibt es Ortsteile, die nicht an den öffentlichen Verkehr angebunden sind. Vor allem in Quartieren mit älterer Bevölkerung kann dies zunehmend zum Problem werden.

Schon vor über 30 Jahren fuhr einmal ein Bus in die Lindhalde. Später wurde der Versuch wieder eingestellt.
Schon vor über 30 Jahren fuhr einmal ein Bus in die Lindhalde. Später wurde der Versuch wieder eingestellt.
PD

Kurz ein paar Einkäufe erledigen, zum Zahnarzt fahren, ein Päckchen auf die Post bringen – in Worb ist das alles machbar und nimmt normalerweise auch nicht so viel Zeit in Anspruch. Es sei denn, man wohnt in einem Ortsteil, wo einen weder ein Bus noch der Zug oder das Bähnli direkt an den gewünschten Ort bringen kann. Und davon gibt es in der Gemeinde einige. Etwa Wattenwil-Bangerten oder den Dentenberg. Betroffen sind auch Quartiere in Rüfenacht oder beispielsweise die Lindhalde.

«Zu einer attraktiven und fortschrittlichen Gemeinde gehört aber ein gut ausgebautes und den Bedürfnissen der Bevölkerung angepasstes ÖV-Netz», sagt Bea­trix Zwahlen dazu. Deshalb hat die Präsidentin der EVP Worb ein Postulat zur Überprüfung des öffentlichen Verkehrs in Worb eingereicht. Der Gemeinderat soll sich mit der Frage auseinandersetzen, wie die Randgebiete mit einem sinnvollen Angebot erschlossen werden könnten.

Nicht nur für Gutbetuchte

Schaut man sich beispielsweise im Gebiet des Dentenbergs um, wird schnell sichtbar, dass einige Häuser oder ganze Quartiere über eineinhalb Kilometer von der nächsten Postauto- oder Zugstation entfernt sind. «Gerade dort wohnen viele ältere Leute. Nicht alle von ihnen können Auto fahren oder längere Fussmärsche zurücklegen, sind aber trotzdem darauf angewiesen, dass sie in absehbarer Zeit von A nach B kommen können», sagt Beatrix Zwahlen.

Deshalb sieht die Partei als Möglichkeit für die Zukunft in diesen Gebieten etwa einen Rufbus oder ein Ruftaxi vor. Diese sollen Lücken im bestehenden Netz auffangen, wie etwa auf der Linie zwischen Worb und Grosshöchstetten, wo es keine regelmässigen Verbindungen über den ganzen Tag, sondern nur zu Stosszeiten gibt.

Ist ein solches Vorhaben nicht zu teuer? «Natürlich ist die finanzielle Lage in Worb angespannt, trotzdem wollten wir nicht aus diesem Grund einfach alles blockieren, was etwas kosten würde.» Denn genau das erwartet Zwahlen von der Gemeinde.

Diese müsste einen wesentlichen Teil des neuen ÖV-Angebots mittragen, «damit beispielsweise das Ruftaxi erschwinglicher ist als ein normales Taxi» – das es in Worb allerdings auch nicht gibt. Denn eine Verbesserung des Netzes soll nicht nur den besser betuchten Einwohnern der verschiedenen Einfamilienquartiere zur Verfügung stehen, sondern allen.

Vorsichtig hoffnungsvoll

Würde aber ein solches Angebot überhaupt genügend genutzt? Schon vor über 30 Jahren hatte es versuchsweise einen Ortsbus in die Lindhalde gegeben, der aber mangels Nachfrage wieder gestrichen wurde. «Deshalb hat sich lange niemand aus der Politik getraut, dieses Thema wieder aufzunehmen», sagt Zwahlen. Sie hat aber durchaus den Eindruck, dass nun auch die neu installierten Abendlinien zwischen Worb und Grosshöchstetten und Worb und Walkringen regelmässig sehr gut frequentiert seien.

«Es findet zum Teil auch ein Umdenken zum ÖV und weg vom Auto statt.» Dieses könne aber nur weitergehen, wenn das Netz auch ausgebaut werde. «Ich bin vorsichtig hoffnungsvoll für den Vorstoss eines zwei- bis dreijährigen Pilotprojekts», formuliert es die EVP-Parlamentarierin. Das Parlament entscheidet voraussichtlich in einer der Herbstsitzungen, ob das Anliegen durch den Gemeinderat weiterverfolgt werden soll.

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