Rappentöri: BDP blitzt ab

Köniz

Weniger Verkaufsfläche, dafür mehr altersgerechten Wohnraum: Das forderte die BDP für die geplante Könizer Überbauung Rappentöri. Das Anliegen blieb im Parlament jedoch chancenlos.

Eine Illustration der geplanten Überbauung Rappentöri in Köniz.

Eine Illustration der geplanten Überbauung Rappentöri in Köniz.

(Bild: zvg)

Christoph Albrecht

Es war eine hauchdünne Entscheidung: Mit nur 50,8 Prozent sagten die Könizer im Mai Ja zur verdichteten Überbauung Rappentöri. Für das unterlegene Nein-Lager war das äusserst knappe Ergebnis eine Bestätigung dafür, dass das vorgesehene Projekt nicht ausgereift genug ist. Kurz nach der Abstimmung kündigten die Gegner deshalb weiteren Widerstand an.

Am Montag sah sich das Könizer Parlament nun erstmals damit konfrontiert. Zu diskutieren gab es einen Vorstoss der BDP, die forderte, dass die geplanten 4000 Quadratmeter Ladenfläche bei der künftigen Überbauung reduziert werden – zugunsten von alters- und behindertengerechtem Wohnraum. «Der knappe Abstimmungsausgang hat ein grosses Unbehagen in der Bevölkerung gegenüber dem Projekt gezeigt», sagte Beat Biedermann (BDP). Die «grosse Minderheit» dürfe nicht übergangen werden.

Sogar SVP macht Rückzieher

Bei den anderen Parteien erntete die BDP für ihre Motion jedoch hauptsächlich Kritik. «Gegen den Volksentscheid jetzt noch vorgehen zu wollen, ist ein No-Go», tadelte Beat Haari (FDP). Er warf der BDP zudem Kalkül vor, weil sie die Motion just in Zeiten des Wahlkampfs eingereicht hatte.

Elena Ackermann von den Jungen Grünen ihrerseits wunderte sich, woher die BDP überhaupt wissen wolle, dass gerade die Verkaufsfläche der Grund für den hohen Nein-Anteil gewesen sei. «Das ist nicht mehr als eine vage Interpretation eines Abstimmungsergebnisses», sagte sie.

Die SP wies derweil darauf hin, dass nicht nur der Moment der falsche dafür sei, das Projekt zu hinterfragen, sondern auch das politische Instrument. «Weitere Einschränkungen sollen wenn schon erst bei der Ausarbeitung des Baurechtsvertrags gemacht werden», sagte Ruedi Lüthi.

Und selbst die SVP, die die BDP-Motion mit unterzeichnet hatte, machte einen Rückzieher. Zwar stehe man nach wie vor nicht hinter dem Projekt. «Jetzt ist es aber zu spät für Korrekturen», so Stefan Lehmann.

Die Entscheidung fiel schliesslich alles andere als hauchdünn aus. Mit einer deutlichen Mehrheit schickte das Parlament den Vorstoss haushoch bachab.

Berner Zeitung

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