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Rassismus zeigt sich in Kleinigkeiten

Während der Antirassismuswoche, die am Donnerstag beginnt, engagiert sich Bern-West gegen Rassismus. Dieser zeigt sich oft in kleinen Alltagssituationen. Migrantinnen aus Ecuador, Sri Lanka und Brasilien erzählen.

Nur widerwillig nimmt die Frau im Bus die Tasche vom letzten freien Sitz. Susana Gomez* aus Ecuador nimmt Platz. Ihre Sitznachbarin schnaubt, dreht sich weg, blickt ab und zu böse hinüber und mustert die junge Frau mit dem dunklen Teint. Susana Gomez nimmt ihren Mut zusammen: «Haben Sie etwa zwei Tickets gelöst für sich und die Tasche?», fragt sie.

Susana Gomez lebt seit 7 Jahren im Kleefeld in Bern-Bümpliz. Rassismus kennt sie gut, sie erlebt ihn immer wieder in solchen Alltagssituationen wie jener im Bus, von der sie erzählt. Es ist nichts Gravierendes – aber doch Dinge, die verletzen. Beim Einkaufen zum Beispiel, wenn Leute über sie lästern und denken, sie würde nicht verstehen was über sie gesagt wird. Oder wenn eine Schweizer Nachbarsfamilie sie konsequent nicht grüsst. «Ich respektiere, wenn Leute keinen Kontakt wollen», sagt sie. Aber die Gedanken kreisen eben doch weiter. Hat sie etwas falsch gemacht? Oder ist es, weil sie Ausländerin ist?

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