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Razzia auf Schützenmatte - Farbanschlag aufs Gefängnis

Im Bereich der Berner Schützenmatte hat die Kantonspolizei Bern eine Kontrolle gegen Drogenhandel durchgeführt. Verdächtige wurden auch auf dem Reitschulareal angehalten.

Die Polizei hat am Donnerstag im Raum Schützenmatte eine Kontrolloe durchgeführt. Im Rahmen einer Nacheile mussten einige Personen im Innern des Reitschulareals angehalten werden. (Symbolbild)
Die Polizei hat am Donnerstag im Raum Schützenmatte eine Kontrolloe durchgeführt. Im Rahmen einer Nacheile mussten einige Personen im Innern des Reitschulareals angehalten werden. (Symbolbild)
Urs Baumann

Die Kontrolle auf der Berner Schützenmatte habe gestützt auf eigene Feststellungen sowie infolge verschiedener Beschwerden aus der Bevölkerung stattgefunden, wie die Kantonspolizei Bern mitteilt. Laut Hinweisen seien am Donnerstagabend rund um die Reitschule Drogenhändler unterwegs gewesen. Zudem seien Jugendlichen Betäubungsmittel angeboten worden. Bei der Kontrolle wurden zwölf Personen auf die Polizeiwache geführt und näher kontrolliert.

Neun von ihnen werden wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz zur Anzeige gebracht, fünf Personen verstiessen gegen das Ausländergesetz. Sechs der zwölf Angehaltenen mussten vorübergehend festgenommen werden. Die Angehaltenen stammen grösstenteils aus afrikanischen Staaten.

Farbanschlag auf Regionalgefängnis

Mehrere Personen versuchten sich der Kontrolle zu entziehen und mussten im Rahmen einer Nacheile im Inneren des Reitschulareals angehalten werden. Dabei konnten kleinere Mengen Kokain, Marihuana sowie mehrere Hundert Franken sichergestellt werden.

Die Kontrolle konnte laut Mitteilung ohne grössere Zwischenfälle durchgeführt werden. In der Nacht auf Freitag kam es jedoch zu einem Farbanschlag auf das Regionalgefängnis. Gemäss aktuellen Erkenntnissen geht die Polizei davon aus, dass dies eine Reaktion auf die abendliche Kontrolle bei der Reitschule war. Weitere Abklärungen seien im Gang.

Reitschule wirft der Polizei Rassismus vor Kritisiert wird die Grosskontrolle von der Medienstelle der Reitschule. Die Einsatzkräfte seien nach einem «rassistischen Schema» vorgegangen, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstagabend. «Dunkelhäutige – einheimische – Gäste sollten verhaftet werden nur wegen der Hautfarbe», so der Vorwurf. Die Polizisten hätten zwar auf das sonst übliche «Jagen und Schlagen» verzichtet, dennoch hätten die Beamten mehrere Grundrechte verletzt. So seien Gäste beispielsweise bis auf die Toiletten der Reitschule verfolgt worden und Gäste am Eintreten und Verlassen des Restaurants gehindert worden.

Schulungseinsatz der Polizei? Zudem sei eine Mitarbeiterin des Restaurant Sous Le Pont beim Öffnen einer Türe gewaltsam zur Seite gedrängt worden. Die zivilen Polizisten seien zudem ohne einen Durchsuchungsbefehl vorzuzeigen in Nebenräume der Reitschule eingedrungen. Die Reitschüler gehen davon aus, dass es sich bei der Grosskontrolle um einen Schulungseinsatz der Polizei handelte. Diese, weil viele der Einsatzkräfte noch unbekannt waren. Diesen Vorwurf dementiert die Kantonspolizei Bern gegenüber der Berner Zeitung auf Anfrage. Es seien keine Polizeischüler im Einsatz gewesen.

pd/mas, js

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