Sagi-Open-Air Utzigen: Ein Projekt mehrerer Generationen

Utzigen

In Utzigen wird erstmals das Sagi-Open-Air ­gefeiert, welches die Familie Schweizer und ihre Freunde auf die Beine gestellt haben. Die Idee dafür hatte der 23-jährige Richard Schweizer.

Sie organisieren das erste Mal das Sagi-Open-Air Utzigen: Richard Schweizer und Grossmutter Erika Stucki (sitzend) und hinten von links Hansueli Reist, Janine Schweizer, Mischa Reist und Markus Sommer.

Sie organisieren das erste Mal das Sagi-Open-Air Utzigen: Richard Schweizer und Grossmutter Erika Stucki (sitzend) und hinten von links Hansueli Reist, Janine Schweizer, Mischa Reist und Markus Sommer.

(Bild: Raphael Moser)

Auf der schrägen Wiese stehen etliche Obstbäume. Bienen schwirren in der Luft herum, und das Zirpen von Grillen füllt die Atmosphäre. Doch einige Dinge passen nicht ins Bild: die Holzbühne, verschiedene Zelte und die verteilten Strohballen. An der Radelfingenstrasse 131 in Utzigen wird seit gestern erstmals das Sagi-Open-Air gefeiert.

Die Bühne ist bereit für die Konzerte, die heute um 16 Uhr starten. Foto: Raphael Moser

Der 23-jährige Richard Schweizer, der hier bei der ehemaligen Sägerei aufgewachsen ist, erklärt: «Die Idee entstand vor drei Jahren, als ich selber an zahlreichen Open Airs spielte.»

Die Freude, die der Student an solchen Anlässen empfand, motivierte ihn, einen Ort für die Musik und das Zusammensein zu erschaffen. Er handelte nach dem Motto: «Einfach mal probieren». «Und dann schauen, ob es klappt», fügt er schmunzelnd hinzu.

Alle helfen mit

Neben ihm auf dem Strohballen sitzt seine Grossmutter, dahinter stehen seine Schwester und sein Cousin. Richard Schweizer ist froh über die Unterstützung von Familie und Freunden. Seinen Vater hört man gerade mit einem Werkzeug hantieren, und sein Onkel schleppt Getränke heran.

­«Alle haben unterschiedliche, wertvolle Talente, die das Open Air schliesslich ermöglichen», sagt der Pianist und Posaunist. Sich selber sieht er als kleinen Mosaikstein des grossen Ganzen.

Die häufigen Sitzungen und das Organisieren begannen bereits letzten Herbst. «Die grösste Herausforderung war es, Entscheidungen zu treffen», sagt der 23-Jährige nachdenklich. «Sie müssen schnell gefällt werden, aber dennoch gut überlegt sein.»

Zahlreiche Bewilligungen, beispielsweise für den Alkoholausschank oder die Lärmemissionen am Abend, mussten eingeholt werden. Gesamthaft waren circa 10 000 Franken nötig, um die ­Zelte, die Getränke und das ­weitere Material anzuschaffen.

Der Eintritt kostet 15 Franken. «Es ist schwer, abzuschätzen, ob es finanziell aufgehen wird», sagt Schweizer. In diesem Moment fährt ein Auto vor. «Das ist unser Techniker, ein Freund von mir», merkt er an. ­Gearbeitet wird von allen freiwillig und unentgeltlich.

Von Ländler bis Funk

Schweizer geht an einem Zwetschgenbaum vorbei und sagt: «Am allermeisten freue ich mich auf die Musik.» Er habe nie gedacht, dass so viele Bands ­kommen werden. Die meisten kennt er oder seine Freunde persönlich. Heute Nachmittag um 16 Uhr starten die Konzerte.

Eröffnet wird der Abend mit Alphornklängen. Später spielen Mother­ship Caldonia, Matrioschka, ­Rändöm, Haubi Mieti und wei­tere. «Es soll für jeden Geschmack etwas dabei sein», so das Ziel des gesamten Organisationsteams, «denn es ist ein Fest für alle.» Es spiele ­keine Rolle, von wo man komme und wie alt man sei. Das Team ­erwartet Bekannte und Unbekannte aus der Nachbarschaft, vom Land sowie aus der Stadt.

An einem Tisch schneidet seine Grossmutter Blumen und stellt sie zu Sträussen zusammen. Sie habe ihn am Donnerstag gefragt, ob er aufgeregt sei, erzählt Schweizer. «Es wäre gelogen gewesen, wenn ich mit Nein geantwortet hätte.»

Zusammen mit den Verwandten entsteht ein angeregtes Gespräch. Noch immer schwirren die Bienen herum und die Grillen zirpen, doch schon bald werden auch noch andere Klänge ertönen.

Mehr Infos:www.sagiopenair-utzigen.ch

Berner Zeitung

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