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Schluss mit Schoggi und Softdrinks

Der Verkauf von Schokoladeriegeln und Softdrinks in den Freiburger Sekundarschulen soll verboten oder eingeschränkt werden. Dies entschied der Grosse Rat.

Jean-Claude Goldschmid
In Freiburger Sekundarschulen sollen künftig keine Softdrinks oder Schokolade verkauft werden dürfen.
In Freiburger Sekundarschulen sollen künftig keine Softdrinks oder Schokolade verkauft werden dürfen.
Reuters

Dass der Grosse Rat eine Motion überweist, obschon sich sowohl der Staatsrat als auch vier von fünf Fraktionen mehrheitlich ­dagegen aussprechen, ist nicht alltäglich und bemerkenswert. Doch genau das geschah gestern im Freiburger Kantonsparlament mit einer Motion der beiden Sozialdemokraten Nicolas Repond (Bulle) und Nicole Lehner-Gigon (Massonnens).

Die beiden hatten ein Verbot oder eine Beschränkung von Softdrinks und Schokoladeriegeln in den Verkaufsautomaten und Restaurants der Sekundarstufe 1 (Orientierungsschule) gefordert. Und obwohl sich im Laufe der Eintretensdebatte lediglich die SP-Fraktion positiv zur Vorlage äusserte, wurde sie vom Ratsplenum schliesslich mit 54 Ja- gegen 41 Nein-Stimmen bei vier Enthaltungen überwiesen. Die Ja-Stimmen fanden sich quer durch alle Fraktionen.

«Verbote beweisen, dass es keine Lösung gibt, dass man nicht genügend Fantasie hat oder einfach faul ist», hatte Johanna Gapany (FDP, Bulle) vergebens gemahnt. «Wir lassen uns nicht durch diese paternalistische Motion verführen, die nicht erfolgreich sein kann.»

Ausserhalb der Schule könnten die Kinder die Produkte schliesslich auch überall kaufen, so Gapany. Strafen und Verbieten sei eine Methode unserer Grosseltern und eine von Diktaturen. Heute wolle die Gesellschaft eine autonome, verantwortungsbewusste Jugend.

«Es gibt keine Wunderpillen»

Urs Perler (Mitte Links – CSP, Schmitten) zeigte sich etwas ­versöhnlicher. «Die Mitte-links-Grün-Fraktion hat viel Sympathie für die Motion, lehnt sie aber doch mehrheitlich ab», sagte er. Denn ein Verbot nur innerhalb der Schulmauern wäre wohl wenig erfolgversprechend.

Klarer formulierte es Adrian Brügger (SVP, Düdingen). «Dass Schokoladeriegel und Softdrinks zu schlechten Essgewohnheiten führen, ist unbestritten.» Die Schulgebäude und ihre Einrichtungen sollten aber in der Kompetenz der Gemeinden bleiben.

Mit Marc-Antoine Gamba (CVP, Freiburg) äusserte sich ein Arzt zur Thematik. «Die Motion betrifft das Problem der Prävention und ist Teil der grossen Debatte über die Gesundheit unserer Jugend.» Es gebe zwei Möglichkeiten, Gewicht zu verlieren: Weniger und ausgewogener essen oder sich mehr bewegen.

«Übergewicht und Fehlernährung sind eine Epidemie.»

Jean-Daniel Schumacher (FDP)

Kennzeichnend für die Stimmung war die Tatsache, dass sich nicht nur Paola Ghielmini Krayenbühl (Grüne, Corpataux), sondern auch Jean-Daniel Schumacher (FDP, Bürglen) entgegen der Mehrheit ihrer Fraktionen für die Motion starkmachten. Schumacher, auch Arzt, bezeichnete Fehlernährung und Übergewicht als «Epidemie».

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