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Seit 150 Jahren Fleisch am Knochen

Über Generationen ist die Metzgerei Spahni stetig gewachsen. Heute beliefert sie vom Hauptsitz Zollikofen aus Grosskunden in der ganzen Schweiz. Begonnen hat die Geschichte in einem Bauernhaus von Ostermundigen.

2013: Mit Fritz Haldimann junior – hier im Fabrikladen in Zollikofen – ist mittlerweile die fünfte Generation am Drücker.
2013: Mit Fritz Haldimann junior – hier im Fabrikladen in Zollikofen – ist mittlerweile die fünfte Generation am Drücker.
Beat Mathys
1863: Am Wegmühlegässli eröffneten Spahnis die erste Ostermundiger Metzgerei. Das Bauernhaus dient noch heute als Produktionsstätte.
1863: Am Wegmühlegässli eröffneten Spahnis die erste Ostermundiger Metzgerei. Das Bauernhaus dient noch heute als Produktionsstätte.
zvg
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1863 erlebt Ostermundigen seine Blütezeit. Immer mehr Männer finden in den Steinbrüchen Arbeit. Die soeben eröffnete Bahnstation bringt noch bessere Perspektiven. Gaststätten schiessen aus dem Boden. Und am Wegmühlegässli gründet die Familie Spahni die erste Metzgerei im Ort – als zusätzliches Standbein zum Bauernbetrieb.

Genau 150 Jahre sind seither vergangen. Die Sandsteinbrüche sind längst Geschichte. Die Metzgerei Spahni dagegen hat überlebt. Mehr als das: Vom Kleinbetrieb hat sie sich zum Unternehmen mit 55 Vollzeitstellen gewandelt. Heute betreibt die Spahni AG Läden in Ostermundigen, Heimberg und Zollikofen. Hier wurde vor 7 Jahren ein Neubau eröffnet. Hier ist heute auch der Hauptsitz eingerichtet – inklusive des Büros von Fritz Haldimann junior, der das Unternehmen in fünfter Generation führt. «Wir sind immer ein Familienbetrieb geblieben», das ist dem 50-Jährigen wichtig. Sein Vater trat 1961 in die Metzgerei Spahni ein und heiratete später Marianne Spahni, die Tochter des damaligen Inhabers.

150 Tonnen Wurst

Während Fritz Haldimann dasitzt und erzählt, geht die Türe in sein Büro immer wieder auf. Mitarbeiter in weissen Überkleidern kommen herein, stellen eine Frage zu diesem oder jenem Bestellschein. Haldimann scheint der klassische Patron zu sein. «Ja», sagt er, «wir haben kaum Sitzungen. Wenn eine Frage auftaucht, kommt man zu mir.» Umsatzzahlen gibt er keine bekannt, dafür einige andere Zahlen. 15 Millionen Fleischportionen und 150 Tonnen Würste werden pro Jahr hergestellt. Zu den Abnehmern zählen die Kundinnen und Kunden der drei Fabrikläden, vor allem aber Grossbezüger wie Spitäler, Altersheime, Restaurants, Hotels und Kantinen. Bis an den Genfersee liefert die Metzgerei Spahni. Acht Aussendienstmitarbeiter sind ständig am Akquirieren. «Geschwindigkeit ist wichtig», sagt Fritz Haldimann. «Oft gilt das Motto: ‹Jetzt bestellen, in einer Stunde liefern›.»

Mit einer Feier im Kursaal begeht die Firma morgen ihr 150-Jahr-Jubiläum. Vieles hat sich seit der Gründung verändert. Der Fleischwolf kam auf und revolutionierte das Wursten (1894). Das Cordon bleu (1933) wurde erfunden. Spahni-Filialen in der Felsenau (1950 bis 1960) und in Burgdorf (2008 bis 2011) gingen auf und wieder zu. Etwas ist aber stets geblieben: das Bauernhaus am Ostermundiger Wegmühlegässli. Noch heute wird dort das angelieferte Fleisch – die Spahni AG lässt auswärts schlachten – zerlegt und ausgebeint. Auch die Wursterei befindet sich dort. Danach wird das Fleisch nach Zollikofen transportiert, dort weiterverarbeitet und verpackt.

Die nächste Generation

Pferdefleisch- und andere Skandale haben die Fleischbranche in jüngerer Vergangenheit erschüttert. Immer mehr Altersheime und Kantinen führen Vegitage ein. Und doch macht sich Fritz Haldimann kaum Sorgen um die Zukunft der Spahni AG. «Wissen Sie», sagt er entspannt, «gegessen wird immer.» Nach Skandalen sei der Umsatz jeweils ein, zwei Wochen lang tiefer. «Danach sind die Schlagzeilen in der Regel vergessen.»

Apropos Zukunft: Gut möglich, dass die Metzgerei Spahni dereinst von der sechsten Generation übernommen wird. Fritz Haldimanns 14-jähriger Sohn hilft während der Ferien schon heute im Betrieb mit – «freiwillig», wie der Vater betont. Und nach der Schule wird er in Kölliken eine Lehre antreten. Als Metzger natürlich.

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