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Show auf Kosten der Fakten

Ein Kommentar von Johannes Reichen, Redaktor Region Bern, zum fatalen Zählfehler bei den Münsinger Wahlen.

Auf einmal kam etwas Hektik auf im Saal des Münsinger Ochsen. Um Punkt 17 Uhr am Sonntagabend hatten die Gemeindebehörden die Ergebnisse der Wahlen verkünden wollen. Minuten später wurden die Papierstapel endlich in den Saal gebracht. Dann streikte noch der Beamer. Irgendwann wussten aber alle, wer gewählt war, wer nicht, wer wie viele Stimmen erhalten hatte.

Oder auch nicht: Auf den Unterlagen, die auf der Website aufgeschaltet wurden, fehlten viele Namen. Und gestern stellte sich heraus: Die Ergebnisse waren auch noch falsch. Das trifft nun vor allem die beiden SP-Vertreterinnen und einen EVP-Mann, die im Ochsen noch Applaus erhalten hatten. Sie gehen nun leer aus.

Vielleicht wäre der Fehler schon früher bemerkt worden,wenn die Gemeinde alle relevanten Dokumente mit den Abstimmungsergebnissen im Internet veröffentlicht hätte. Das tat sie nicht. Die Gemeinde wollte lieber eine Show bieten. Dieser Plan ging gründlich in die Hose.

Die Behörden haben an Wahltagen nur eine Aufgabe, und die steht sogar im Reglement: die Stimmen zu zählen, zu rechnen und möglichst rasch die Ergebnisse zu veröffentlichen – wenn möglich die korrekten.

Mail: johannes.reichen@bernerzeitung.ch

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