So soll die neue Schwimmhalle aussehen

Bern

Die Stadt Bern hat das Siegerprojekt für die ­50-Meter-Schwimmhalle im Neufeld vorgestellt. Dank ­diesem Projekt soll das Quartier verdichtet werden.

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Claudia Salzmann@C_L_A

Von aussen weckt die geplan­te 50-Meter-Schwimmhalle im Neufeld durchaus Badeträume: Das Dach erinnert an Wellen und die Rückseite an Strandhäuschen. Das konnte man der Illustration des Siegerprojekts entnehmen, welches am Montag vorgestellt wurde: «Goccia», zu Deutsch Tropfen, ausgewählt aus 54 Vorschlägen, eingereicht von Armon Semadeni Architekten aus ­Zü­rich. Sie bauten in Bern bereits die Überbauung Stöckacker-Süd.

Dass alle sechs Finalisten aus Zürich kommen, begründet Stadtbaumeister Thomas Pfluger unter anderem so: «Wir brauchen Architekten mit Erfahrung im Schwimmbadbau.» Vom filigranen, doch schwer heizbaren Glaspalast über einen von Beton ­dominierten Bau bis hin zum ­futuristischen Hybridkonzept – unten Bad, auf dem Dach Tennis – stand der Jury eine breite ­Palette zur Auswahl. «Doch Funktionalität, Wirtschaftlichkeit und Optimierungspotenzial sprachen für ‹Goccia›», so Pfluger.

Reaktionen zu Goccia: Stadtpräsident, Sportdirektorin, Sportamtleiter und Stadtbaumeister über die geplante 50-Meter-Schwimmhalle im Neufeld. Video: Claudia Salzmann

Minus ein Tennisfeld

Damit die Halle genug Platz im vielfältig genutzten Neufeld bekommt, muss das Umfeld angepasst werden: Das Sportfeld der Uni wird – wie im Tetrisspiel – gedreht, das Fussballfeld erhält Kunstrasen, ein Tennisfeld des ansässigen Clubs muss weichen, dafür wird das Clubhaus ins Gebäude integriert, und das Tri Tra Trallala dürfte wohl schliessen (siehe Box). Die Baukosten werden auf zwischen 55 und 70 Millionen Franken geschätzt. «Aber wir bauen hier mehr als eine Schwimmhalle», sagt Pfluger.

Mitfinanziert wird das Projekt vom Sportfonds des Kantons. Gerade für Anwohner kann ein solches Bauprojekt belastend sein. «Deshalb haben wir die Nachbarn der Beaulieustrasse in die Jury miteinbezogen», so Pfluger. Mit Schattenwurf müssen sie immerhin nicht rechnen: Das Gebäude wird maximal nur 8 Meter hoch.

Der Standort der neuen Schwimmhalle:

Von grossen Träumen sprach Alec von Graffenried. «Diese dauern manchmal länger. Ich erinnere mich, wie ich in der zweiten Klasse Plaketten für eine Schwimmhalle im Neufeld verkaufen musste», sagte der Stadtpräsident. Das sei 50 Jahre her.

Auch Sportdirektorin Franziska Teuscher wuchs hier auf und wohnt noch immer da: «Aber ich baue nicht für mich, sondern fürs Stimmvolk. Auch das Viererfeld wird profitieren.» Für Teuscher als grüne Politikerin seien die Umweltaspekte wichtig: «Die Halle braucht viel Energie, deshalb wird das Dach mit Fotovoltaik versehen und die Abwärme genutzt.» Die studierte Biologin betont auch, dass zwei Buchen vor dem Haus den Bau überleben werden.

Nicht nur für eine Zielgruppe

Mitgeredet hat auch das Sportamt. Der Leiter Christian Bigler freut sich aufs Lernschwimmbecken, in dem zwei Schulklassen gleichzeitig üben können. «Separat sind auch die Sprungbretter, wo ebenfalls Synchronschwimmer trainieren können», sagt ­Bigler. Beim ­50-Meter-Becken können die Sprungböcke so verschoben werden, dass 20 Bahnen à 25 Meter Länge entstehen. Auch Gesundheitsschwimmer, Kursanbieter und Senioren seien Zielgruppen der geplanten Halle.

Als Standorte ­waren davor das Mittelfeld oder das Gaswerkareal beim Marzili im Gespräch. «Dort wäre es nicht so schnell vorwärtsgegangen», ist Franziska ­Teu­scher sicher. Auch gebe es im Gaswerkareal keine Quartierbevölkerung und wäre es mit dem ÖV schlecht ­erschlossen. Anders das Neufeld, das mit Bus, Velo oder Auto erreichbar ist.

Erste Schwimmer sollen hier 2023 ins Becken tauchen. Nun wird das Projekt überarbeitet, und im November 2019 entscheidet das Stimmvolk über einen ­«Badetraum».

Siegerprojekt: bis 8. Juli im Raum A 008, Bremgartenstr. 145. Montag bis Freitag 17–19 Uhr, Samstag und Sonntag 10–12 Uhr.

Berner Zeitung

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