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Stadttheater führt zu Streit zwischen den Parteien

Das Rumoren im Berner Stadttheater hat am Donnerstag im Stadtparlament für ein Getöse zwischen der SP und der SVP gesorgt.

Sorgte für Streit im Stadtrat: Das Berner Stadttheater.
Sorgte für Streit im Stadtrat: Das Berner Stadttheater.
Keystone

Die SVP verlangte eine Grundsatz-Volksabstimmung, ob das Haus noch gewünscht sei. Die Ratslinke will dem Stadttheater die Treue halten. Das Stadttheater Bern ist derzeit eine Grossbaustelle: Die Gunst der Zuschauer sinkt, das Haus sollte für 53 Millionen Franken saniert werden, die man nicht hat, die Führung gab in letzter Zeit ein nicht eben überzeugendes Bild ab, und Stadttheater und Symphonie-Orchester sollen zusammengelegt werden.

Die Freisinnigen hatten kritisiert, der Stadtrat werde in der Planung übergangen; sie verlangten deshalb eine Sonderdebatte zu den Vorgängen am Stadttheater. Die Debatte, bei der es nichts zu entscheiden gab, fand am Donnerstag statt.

Am Schluss zeigte sich Stadtpräsident Alexander Tschäppät befremdet darüber, dass der Rat die Gelegenheit nicht genutzt habe, um über die vorgeschlagene Zusammenlegung von Theater und Orchester zu diskutieren. Stattdessen habe es der Rat vorgezogen, über den Kostenteiler zu lamentieren und über den Stadtpräsidenten zu schimpfen.

Ein so heikles, folgenreiches Geschäft müsse zuerst im kleinen Kreis mit den Direktbetroffenen diskutiert werden, sagte Tschäppät. Schliesslich gehe es um einen Quantensprung, weil die völlig unterschiedlichen Kulturen des Theaters und des Orchesters unter einem Dach vereinigt werden sollen.

Grünliberale wollen Einheimischen-Rabatt

Zuvor hatte es von bürgerlicher Seite eine Tirade gegen die Zustände am Stadttheater und die in Aussicht stehenden neuen Subventionsverträge abgesetzt. Die FDP forderte ein breit abgestütztes Betriebskonzept, neue Köpfe in der Führung und ein transparentes Konzept für die Sanierung.

Die Grünliberalen und andere verlangten dezidiert eine verbindliche Beteiligung der Regionsgemeinden an den Sanierungskosten, sonst müsse man ernsthaft günstigere Eintritte für Stadtberner Besucher prüfen, analog den Skigebieten mit ihren Einheimischen-Rabatten auf Skipässen.

Zudem müssten die Regionsgemeinden mehr als die heutigen 11 Prozent an die Subventionen beisteuern. Beim aktuellen Kostenteiler 50 Prozent Kanton, 39 Prozent Stadt Bern und 11 Prozent Regionsgemeinden brauche es unbedingt Nachbesserungen.

Jimi Hofer verlangte im Namen der SVP&-Fraktion gar eine Volksabstimmung zur Grundsatzfrage, ob sich die Stadtbernerinnen und Stadtberner den Luxus eines Vierspartenhauses überhaupt noch leisten wollten. Denn es sei eine «Mogelpackung», die Subventionsverträge für die Kulturinstitutionen dem Stimmvolk integral, also zusammen mit den Museen, und nicht jeden einzeln, vorzulegen.

Wichtiger Identifikationsort für die Stadt

SP und Grüne wiederum warnten davor, dem Stadttheater die Liebe zu kündigen, obwohl es derzeit tatsächlich nicht in einem guten Zustand sei, betonte Nicola von Greyerz (SP).

Das Theater sei jedoch ein wichtiger Identifikationsort für die Stadt Bern. Die Fusion zwischen Theater und Orchester bringe sicher eine bessere Qualität.

Der neue Verwaltungsrat müsse jedoch sorgfältig zusammen gesetzt werden, da der bestehende in letzter Zeit leider wenig Führungsstärke an den Tag gelegt habe. Es brauche neue Köpfe, vor allem mehr Kultursachverständige und weniger Behördenmitglieder.

Auch die GB/JA-Fraktion bekannte sich zur Stossrichtung der Entwürfe. Zum Kostenverteiler könne sie noch keine Stellung nehmen, weil eine Gesamtschau fehle, die aufzeige, wie viel Geld für die kleinen Kulturinstitutionen in der Stadt übrigbleiben.

Volksabstimmung im Mai 2011

Die Gemeinden können laut Tschäppät bis Ende Oktober Stellung nehmen zu den neuen Subventionsverträgen bis 2015 für die grossen Kulturinstitutionen. Der Gemeinderat werde bis Ende Jahr entscheiden und Antrag stellen. Im Januar werde der Stadtrat mit den Unterlagen bedient, und für Mai 2011 sei die Volksabstimmung vorgesehen.

SDA/tan

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