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Umstrittenes Bauprojekt vor dem Durchbruch

Der Regierungsstatthalter hat für das städtische Bauprojekt am Berner Centralweg die Bewilligung erteilt. Damit ist die langwierige Saga aber noch nicht am Ende.

Die Stadt Bern will am Berner Centralweg ein Haus mit 13 Wohnungen bauen. (Archivbild)
Die Stadt Bern will am Berner Centralweg ein Haus mit 13 Wohnungen bauen. (Archivbild)
Urs Baumann

So ein langes Ringen und Würgen, und das wegen 13 Wohnungen: Ende 2010 präsentierte die Stadt das Siegerprojekt für ein Mehrfamilienhaus am Centralweg in der Lorraine: «Baum­zimmer» sollten gebaut werden, benannt nach den geplanten ellipsenförmigen Balkonen. Im Sommer 2012 begännen voraussichtlich die Bauarbeiten, hiess es damals. Stattdessen begann für das Projekt eine lange Odyssee.

Nun hat das Geschäft eine wichtige Hürde genommen. Am Donnerstag erteilte Regierungsstatthalter Christoph Lerch die Bau­bewilligung für das geplante Haus. Die in drei Einsprachen vorgebrachten Punkte «erwiesen sich nach ausführlicher Prüfung der gesetzlichen Vorschriften alle als öffentlich-rechtlich un­begründet», teilte Lerch mit.

Blick auf Nachbarliegenschaft

Das Baugesuch für den Neubau am Centralweg hatte die Stadt im Frühling 2013 eingereicht. Die Einsprecher bemängelten eine ungenügende Anzahl Parkplätze, verletzte Grenzabstände und die fehlende Wirtschaftlichkeit des Projekts. Zudem sei die Finanzierung nicht dazu geeignet, günstiges Wohnen zu ermöglichen.

2014 reichte die Stadt eine Projekt­änderung ein, um die Grenz­abstände einzuhalten. Auch auf die «Baumzimmer» verzichtete sie und sah neu konventionelle Balkone vor. Zuvor hatten die Stadtbehörden vergeblich versucht, dem Nachbarn am Lagerweg, wo einst ein Bordell war und heute die autonome Schule einquartiert ist, seine Liegenschaft abzukaufen – womit das Problem der Grenz­abstände gelöst gewesen wäre.

2015 wurde das Baubewilligungsverfahren sistiert, weil zuerst die Anpassung des Bau­klassenplans abgewartet werden musste. Der geänderte Bauklassenplan trat im vergangenen September in Kraft. Somit konnte der Regierungsstatthalter über das Baugesuch entscheiden.

Die Brache lebt

Gebaut wird auch nach Vorliegen der Baubewilligung noch nicht gleich: Ebenfalls im vergangenen September teilte der Gemeinderat mit, dass er beim Projekt tiefere Mietzinse ohne Quersubventionierung anstrebe – obwohl der Stadtrat vor über vier Jahren einen Kredit von 8,8 Millionen Franken für die Überbauung gesprochen hatte. Dazu sollen die Baukosten reduziert und die Renditevorgabe gesenkt werden, so der Gemeinderat.

Die zu­ständige Direktion für Finanzen, Personal und Informatik wurde beauftragt, die Ausführungsarbeiten für das Bauprojekt neu auszuschreiben und bis Herbst 2018 ein kostenoptimiertes Projekt vorzulegen.

Somit kann das Quartier die Brache am Centralweg bis auf weiteres weiterhin als Treffpunkt nutzen. In den ganzen Jahren des juristischen Ringens um das Areal hat sich dieses zu einem verwunschenen Park entwickelt, in dem unter anderem Urban Gardening stattfindet. Im «Böxli», einem Containerbau mit Solarpanels auf dem Dach, finden regelmässig nicht kommerzielle Anlässe, Film- und Spielabende oder Sitzungen statt.

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