Strassen-Kämpfe

Kirchlindach

Die Leutschenstrasse sorgte an der ­Gemeindeversammlung für Gesprächsstoff: Ein Trottoirprojekt wurde zurückge­wiesen, eine Sanierung im ­zweiten Anlauf bewilligt.

Mehr Sicherheit auf der Leutschenstrasse vom Dorf in Richtung Klinik Südhang ist dringend (Symbolbild).

Mehr Sicherheit auf der Leutschenstrasse vom Dorf in Richtung Klinik Südhang ist dringend (Symbolbild).

(Bild: Fotolia)

Die Forderung der Anwohner ist deutlich: Mehr Sicherheit auf der Leutschenstrasse vom Dorf in Richtung Klinik Südhang ist dringend. In einer Petition mit über 120 Unterschriften verlangten sie ein durchgehendes Trottoir. Daraus wird noch nichts. Die Gemeindeversammlung Kirchlindach hat das Geschäft mit 98 zu 40 Stimmen zurückgewiesen.

Der Gemeinderat legte insgesamt vier Varianten vor, um die Sicherheit auf diesem Strassenabschnitt zu erhöhen. Diese reichten von der Maximalvariante, einem durchgehenden Trottoir für 1,16 Millionen Franken, bis zur einfachen Fusswegmarkierung und Tempolimit 30 für 450 000 Franken. Der Rat empfahl die billigste Variante.

Nur ein erhöhtes Trottoir sei eine optimale Lösung, plädierte der Sprecher der Petitionäre. Und er wies darauf hin, dass die Gemeinderatsvariante mit den Markierungspfosten für Velofahrer gefährlich sein könne. Er wurde von einem anderen Votanten unterstützt, der gleich eine zusätzlich fünfte Variante ins Spiel brachte: eine schmalere Fahrbahn, dafür ein breiteres Trottoir. Denn wenn die Leutschenstrasse verbreitert werde, werde sie zur Rennbahn. Der Votant kritisierte den Gemeinderat: «Eine Botschaft mit vier Varianten überfordert den Stimmberechtigten.» Damit war die Rückweisung des Geschäfts an den Gemeinderat vorgespurt.

Runde zwei

Leutschenstrasse Teil zwei folgte sogleich: Denn weiter Dorf auswärts, zwischen Rain und dem Reservoir, ist die Fahrbahn in einem schlechten Zustand und muss dringend saniert werden. Wenn noch länger zugewartet werde, könnte die Sanierung teurer werden, sagte der zuständige Gemeinderat Hans Tschanz (BDP) zum 400 000 Franken teuren Projekt. Das Brisante daran war, dass die Gemeindeversammlung das gleiche Projekt im letzten Juni zurückgewiesen hatte.

«Eine Botschaft mit vier Varianten überfordert den Stimmbürger.»Ein Stimmberechtigter

Das sorgte bei einigen Stimmberechtigten für Stirnrunzeln. «Hat der Gemeinderat den Entscheid an der letzten Versammlung nicht verstanden?», fragte ein Votant. «Müssen wir nochmals Nein sagen?» Der Zustand der Strasse habe sich extrem verschlechtert, begründete Hans Tschanz und fügte an: «Wenn wir nichts unternehmen, können wir die Leutschenstrasse gleich sperren – und dann brauchen wir auch kein Trottoir mehr.»

Die Versammlung genehmigte das Sanierungsprojekt mit grossem Mehr. Zum einen, weil man die Infrastruktur nicht verlottern lassen will. Zum anderen, weil die Rückweisung im Juni nicht sachlich begründet war, sondern emotional. Der Gemeinderat wurde zugleich dazu angeregt, die Interessen Kirchlindachs auf der Ebene Regionalkonferenz einzubringen, etwa beim Verkehrsrichtplan. Die Leutschenstrasse ist in den Hauptverkehrszeiten eine Ausweichroute.

hus

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