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Suche nach neuem Direktor harzt

Die Gesundheitsdirektion hat eine Übergangslösung für die Nachfolge des Direktors der Psychiatrischen Dienste Biel-Seeland – Berner Jura gefunden. Eine definitive Lösung ist aber nicht in Sicht.

Im ehemaligen Kloster in Bellelay übernimmt ein Interimsdirektor die Führung der Psychiatrischen Klinik.
Im ehemaligen Kloster in Bellelay übernimmt ein Interimsdirektor die Führung der Psychiatrischen Klinik.
Swiss Image

Die Herausforderungen sind gigantisch: Um ab 2017 nach der Auslagerung der kantonalen Psychiatrien aus der Verwaltung auf eigenen Beinen zu stehen, müssen die Psychiatrischen Dienste Biel-Seeland – Berner Jura 22 Prozent ihres jährlichen Aufwands oder 9,4 Millionen Franken einsparen. 60 der 311 Vollzeitstellen müssen gestrichen werden.

Hinzu kommt, dass der Klinik im Berner Jura das halbe Führungsgremium davonläuft: Direktor Laslo Pataki und sein Stellvertreter Christoph Lauber teilten im August mit, dass sie das Unternehmen auf Ende Jahr verlassen werden. Pataki trägt denn auch eine Mitschuld an der aktuellen Situation, weil die Direktion Sparmassnahmen nicht konsequent umgesetzt hat.

Seit Bekanntwerden der Kündigungen sucht die bernische Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) nach einer Nachfolge. Jetzt sei immerhin eine Interimslösung gefunden worden, sagt Jean-Philippe Jeannerat. Wie diese genau aussieht, will der GEF-Sprecher noch nicht sagen. Der Gesamtregierungsrat hat gestern darüber beraten und einen Entschluss getroffen. Heute will die Gesundheitsdirektion genauer informieren.

Durchziehen bis am Schluss

Mit der Interimslösung hofft der Kanton, ein wenig Stabilität nach Bellelay zu bringen. «Dies dürfte auch zu einer Beruhigung des Personals beitragen», sagt Jeannerat. Momentan ist eine solche noch in weiter Ferne. Gestern nahmen rund 120 Mitarbeiter an einer Protestpause in Bellelay teil. Sie bekundeten damit ihren Unmut über die Sparpläne.

Ein Problem bleibt mit der Übergangsdirektion bestehen: Die Entscheide im Rahmen der Verselbstständigung und der Sanierungsmassnahmen werden bis auf weiteres von Personen getroffen, die die Suppe nicht selber auslöffeln müssen. Hinzu kommt, dass sich die Klinik strategisch neu ausrichten muss. Auch dies wäre Sache der Direktion. Unlängst kritisierte deswegen SVP-Grossrat Pierre Alain Schnegg, Präsident des Bernjurassischen Rates, die GEF: «Es ist für mich eine grosse Enttäuschung, dass die Gesundheits- und Fürsorgedirektion mit diesem Team in dieses Projekt gestartet ist», sagte er gegenüber dieser Zeitung.

Die GEF hätte erkennen müssen, «dass dieses Team dazu nicht fähig ist – und dieses bereits vorher ersetzen sollen.» Dass nun eine Interimslösung gefunden wurde, begrüsst Schnegg. «Ideal wäre es, wenn die Person die Verselbstständigung bis am Schluss durchziehen und erst dann ersetzt würde.»

Massnahmen umgesetzt

Danach sieht es aber nicht aus. Laut Jeannerat will die GEF im Frühling 2016 eine definitive Lösung für die Direktion präsentieren können. Klar ist, dass der Direktionsposten mit einer externen Person besetzt werden soll.

Da der Berner Jura jedoch eine kleine Region sei, habe sich die Suche nach Führungspersonal für die Psychiatrischen Dienste Biel-Seeland – Berner Jura schon immer als schwierig erwiesen.

Jetzt kommen noch die anstehenden Herausforderungen hinzu, und der künftige Direktor muss nach 2017 von einem heute noch unbekannten Verwaltungsrat bestätigt werden. Die Frage, ob die Suche positiv verläuft, will Jeannerat denn auch nicht kommentieren.

Ungeachtet dessen wurden in Bellelay vergangene Woche die ersten Sparmassnahmen eingeleitet. Die Direktion informierte jene Personen, deren Stelle im Rahmen des Sparprogramms per Ende Oktober 2016 gestrichen werden.

Betroffen sind 30 Vollzeitstellen – 18 werden durch natürliche Fluktuation aufgehoben, 12 gestrichen. Weil das Personalgesetz des Kantons eine einjährige Vorlaufzeit vorschreibt, wurden die Personen bereits jetzt informiert. Weitere 30 Stellen werden im Rahmen einer zweiten Phase nach 2017 gestrichen. Das letzte Wort über diese Schonfrist hat aber der Grosse Rat.

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