Südanflug: Kein Weiterzug ans Bundesgericht

Die Vereinigung gegen Fluglärm in Belp verzichtet auf eine Beschwerde ans Bundesgericht und hofft stattdessen auf den Dialog mit dem Bundesamt für Zivilluftfahrt.

Der geplante Südanflug im Belpmoos kommt der Umsetzung wieder einen Schritt näher.

Der geplante Südanflug im Belpmoos kommt der Umsetzung wieder einen Schritt näher.

(Bild: Archiv)

Die Vereinigung gegen Fluglärm (VgF) zieht ihre Beschwerde gegen den Südanflug Bern nicht ans Bundesgericht weiter. Stattdessen setzt sie auf Massnahmen zum Schutz der Ruhe der Bevölkerung am frühen Morgen, die das Bundesamt für Zivilluftfahrt in einem separaten Verfahren prüft.

Eine Beschwerde ans Bundesgericht würde diese Prüfung weiter hinauszögern, schreibt die VgF in einer Mitteilung vom Montag. Sie will ihre Kräfte in diesem Verfahren einsetzen.

Die Vereinigung bedauert laut Mitteilung, dass das Bundesverwaltungsgericht zahlreiche Beschwerden, darunter auch jene des VgF, im Oktober abgewiesen hatte. Damit rückt das satellitengestützte Instrumentenanflugverfahren aus südlicher Richtung in Bern-Belp einen Schritt näher.

Nach Ansicht der Fluglärmgegner befasste sich das Bundesverwaltungsgericht mit den vorgebrachten Argumenten nur «sehr oberflächlich». Nach einer umfassenden Analyse des Urteils ist die VgF aber dennoch zum Schluss gekommen, dass ein Weiterzug der Beschwerde ans Bundesgericht nicht sinnvoll ist.

Hoffnung auf Prüfung

Hoffnung setzt der Verein in ein anderes Urteil des Bundesgerichts zur 4. Ausbauetappe des Flugplatzes Bern-Belp. Darin legen die höchsten Richter dar, es seien Einschränkungen des Flugbetriebs zum Schutz der Bevölkerung am frühen Morgen zu prüfen.

Das Bundesverwaltungsgericht nimmt diesen Ball auf. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt soll innerhalb eines Jahres entsprechende Massnahmen in einem separaten Verfahren prüfen.

Nach dem Konkurs der in Belp beheimateten Fluggesellschaft Skywork ist es am Himmel über Belp ruhiger geworden. Doch die vom Flughafen publik gemachten Pläne, mit FlyBAIR eine eigene Fluglinie zu gründen, lassen die VgF befürchten, dass es mit der Ruhe bald vorbei sein könnte.

«Keine Entlastung»

Für irreführend hält der Verein auch die Annahme, dass der Südanflug die Stadt vom Fluglärm entlasten würde. Durch den attraktiven satellitengestützten Südanflug werde der Flugplatz gerade für Privat- und Businessjets einfacher erreichbar.

Die Flughafen Bern AG hatte 2013 beim Bund das Gesuch um Bewilligung satellitengestützten Südanflugs eingereicht. Nach dem Einreichen der Unterlagen gingen beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) über 300 Einsprachen von Einzelpersonen, mehreren Gemeinden und Organisationen ein.

Das Bazl lehnte aber die Einsprachen ab, worauf gut ein Dutzend Einsprecher ihre Opposition weiterzogen. Dazu gehörte auch die kantonale Vereinigung gegen Fluglärm (VgF).

Mit dem neuen Anflugverfahren gehe es darum, die Sicherheit zu verbessern. An- und abfliegende Flugzeuge flögen sich künftig nicht mehr entgegen und das Kreuzen von Flugwegen werde reduziert, begründete die Flughafen Bern AG ihr Vorhaben. Mit dem neuen Verfahren werde es auch weniger Durchstarts und Ausweichlandungen.

mb/sda

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