Theaterpräsidium: Brülhart verzichtet – kommt nun doch Tschäppät?

Bern

Überraschung: Marcel Brülhart verzichtet auf das Amt an der Spitze von Konzert Theater Bern. Zudem wird er den Stiftungsrat der Museen verlassen. Was steckt dahinter?

Hat keine Kapazitäten mehr: Marcel Brülhart.

Hat keine Kapazitäten mehr: Marcel Brülhart.

(Bild: Urs Baumann)

Oliver Meier@mei_oliver

Er war so gut wie gesetzt. Wäre es nach dem Stiftungsrat von Konzert Theater Bern (KTB) ge­gangen, hätte Marcel Brülhart Anfang 2017 die Nachfolge von Benedikt Weibel an der Spitze von KTB angetreten. Bereits Anfang Jahr wurde der Anwalt bei der Stadt vorgeschlagen, die als Hauptsubventionsgeberin bei der Personalie das letzte Wort hat. Doch dann geschah: nichts.

Nun, zweieinhalb Monate bevor Weibel sein Amt abgibt, steht der Vizepräsident nicht mehr zur Verfügung, wie er auf Anfrage ­bestätigt. «Es ist vorgesehen, dass ich das Gründungspräsidium von Bern Welcome übernehme. Damit habe ich keine Kapazitäten mehr für ein weiteres Präsidium.» Er werde jedoch im Stiftungsrat von Konzert Theater Bern bleiben, so Brülhart.

Ernüchterung im Stiftungsrat

Welcome Bern verfolgt das Ziel, die Akteure in den Bereichen Tourismus- und Standortförderung zusammenzubringen. Brülhart war an vorderster Front ­dabei, als es darum ging, das Projekt aufzugleisen. Nun soll er auf Wunsch der beteiligten Organisationen auch die Umsetzung verantworten. «Mich reizt daran unter anderem, dass dieser grosse Integrationsschritt auf der Welt bislang erst einer Handvoll Städten gelungen ist. Hier kann Bern mindestens schweizweit Massstäbe setzen», so Brülhart. Im KTB-Stiftungsrat herrscht nach Brülharts Verzicht Ernüchterung.

Im Umkreis des Gremiums ist gar zu hören, die Per­sonalie sei von der Stadt «verschleppt» worden. Es ist ein ­offenes Geheimnis, dass der abtretende Stadtpräsident Alexander Tschäppät ebenfalls Ambitionen auf das Amt an der Spitze des Theaters hegte. Ob er nun Weibel tatsächlich beerbt? Der Stiftungsrat hat der Stadt in einem Brief vom Mittwoch eine andere Person vorgeschlagen: Die langjährige Stiftungsrätin Katrin Diem.

Stadt spielt auf Zeit

Der städtische Infochef Walter Langenegger hält sich auf Anfrage bedeckt: «Der Stiftungsrat hat dem Gemeinderat vor ­einigen Tagen ein offizielles Schreiben in Aussicht gestellt», so Langenegger. Der Inhalt des Schreibens sei dem Gemeinderat aber «noch nicht bekannt». Daher könne er auch keine Angaben machen. «Der Stadtpräsident geht davon aus, dass die Nachfolgewahl für das Stiftungsratspräsidium fristgerecht durchgeführt wird, sodass der Nachfolger oder die Nachfolgerin von Benedikt Weibel das Amt Anfang nächsten Jahres antreten kann.»

Brülharts Entscheid, im Stiftungsrat von Konzert Theater Bern zu bleiben, hat Folgen für die Dachstiftung von Kunstmuseum und Zentrum Paul Klee. Brülhart will sein Amt als Vizepräsident abgeben. Wann genau, ist noch offen.

Berner Zeitung

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