Tiefbauamt versenkt 35'000 Franken

Murten

Die neuen Verkehrsinseln bei der Tankstelle Löwenberg sollen für einen besseren Verkehrsfluss sorgen. Doch sie sind zu breit.

Verkehrsinseln lassen zu wenig Platz für Schneepflüge des Astra.

Verkehrsinseln lassen zu wenig Platz für Schneepflüge des Astra.

(Bild: Charles Ellena)

Ein Schildbürgerstreich, wie er im Buche steht: Vor kurzem haben Arbeiter auf der Haupt­strasse Löwenberg bei der Tankstelle zwei Verkehrsinseln gebaut. Dann kam die grosse ­Überraschung: Die Pflüge der Schneeräumfahrzeuge passen nicht durch, denn die neuen Verkehrsinseln sind zu breit. Deshalb müssen sie abgebrochen und neu errichtet werden.

Publik machte das die Bau­verwaltung der Gemeinde Murten. In einer Mitteilung wies Stefan Portmann, Bauverwalter der Stadt Murten, alle Schuld von sich: «Aufgrund eines Flüchtigkeitsfehlers von übergeordneter Stelle wurden die Verkehrsinseln mit einer falschen Breite be­willigt.»

Der Abbruch und der Neubau der beiden Verkehrsinseln kosten 35 000 Franken. Das gibt Corinne Rebetez, Mediensprecherin der Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion, gestern auf Anfrage bekannt und übernimmt die Verantwortung: «Es handelt sich um einen Fehler des Tiefbauamts.»

Schneepflug von der Autobahn

Die Mitarbeiter, die die Bau­bewilligung ausgestellt hatten, vergassen, dass die Autobahnfahrzeuge des Bundesamts für Strassen (Astra) auf einem Teil der Kantonsstrasse den Schnee räumen. Dies geschehe aus praktischen Gründen, erklärt Rebetez: Um Schneeablagerungen am Ende der Autobahnabfahrt zu verhindern, fahren die Räumfahrzeuge mit gesenktem Pflug weiter auf der Kantonsstrasse und von dort zurück auf die Autobahn.

Diese Räumfahrzeuge haben breitere Pflüge als die kantonalen Fahrzeuge. Bei den Verkehrsinseln bei der Tankstelle im Löwenberg bleiben sie daher stecken. Die Fahrer haben eine provisorische Lösung gefunden. «Die Pflüge werden vor dem Passieren der Verkehrsinseln angehoben», sagt Rebetez. Dennoch solle die Verkleinerung der Verkehrsinseln unverzüglich in Angriff genommen werden.

Bei der Tankstelle passieren regelmässig Schwertransporte. Für diese seien die zu breiten Verkehrsinseln kein Problem, sagt Rebetez. Denn deren Ladefläche liege höher als die Verkehrsinseln, während die Schnee­pflüge zwischen den Inseln und dem Trottoir durchpassen müssten. Die Kosten für den Abriss und den Neubau der Verkehrsinseln bezahlt nicht die Gemeinde oder der Bauherr, sondern das Tiefbauamt.

Gegenüber den FN sagt Staatsrat Jean-François Steiert (SP): «Bei den 35'000 Franken handelt es sich um einen kleinen Beitrag im Gesamtbudget des Tiefbauamtes. Wir werden diese Kosten mit Geld aus unserem laufenden Budget bezahlen.»

Steiert glaubt nicht, dass sich der Fehler, wie er im Löwenberg geschah, wiederholen wird. «Dass Schneeräumfahrzeuge des Astra auf einer Kantonsstrasse fahren, ist sehr selten», sagt er gegenüber den FN. Mit einer Nachfrage beim Astra wäre der Fehler nicht passiert. Es seien interne Massnahmen dazu ergriffen worden, «ein solches Versehen in Zukunft zu verhindern». Genauere Auskünfte könne er nicht geben.

Zur Haftung des Mitarbeiters im Tiefbauamt erklärt der Staatsrat: «Er muss den finanziellen Schaden nicht übernehmen. Der öffentliche Dienst und auch die Privatwirtschaft kennen – ausser bei schwerem Verschulden – keine Individualhaftung.»

Berner Zeitung

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