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Tierische Anekdoten aus dem Dählhölzli

43 Jahre lang hat Fred Sommer als Tierparkinspektor das Dählhölzli mitgeprägt. In seinem Buch erzählt er von dieser Zeit.

Fred Sommer mit seinem Dälhölzli-Buch.
Fred Sommer mit seinem Dälhölzli-Buch.
Urs Baumann

«Die schönsten Tage in meinem Berufsleben waren die als Tierpfleger. Da war ich nah bei den Tieren, in meinem eigenen Revier», sagt Fred Sommer, der sein ganzes Leben an fast nichts anderes dachte als an Tiere. «Schon in der Schule sagte die Lehrerin zu meinen Eltern, dass ich öfter zu den Vögeln draussen blickte als an die Wandtafel.»

Der ehemalige Tierparkinspektor setzte sich ein Leben lang für seine Freunde ein. 43 Jahre lang im Dählhölzli. Zuerst als Tierpfleger, danach als Inspektor. Vier Direktoren, darunter eine Frau, hat er miterlebt.

Seit 11 Jahren pensioniert

«Niemand repräsentiert so wie er alle Hochs und Tiefs des Tierparks, alle Entwicklungen bis zur Vision ‹Mehr Platz für weniger Tiere›, sagt Direktor Bernd Schildger. Seit 11 Jahren ist Sommer zwar pensioniert, aber keineswegs untätig. Im Moment ist es der Bärenpark, dem der Autor des heute erscheinenden Buches «Es Läbe für ds Dählhölzli» sein Herzblut schenkt.

Wolf, Luchs und Krokodil

Damit sein fundiertes Tierwissen, seine Erfahrungen und seine Erinnerungen, die er oft in Zeitschriften publizierte, nicht verloren gehen, hat Fred Sommer einen Teil davon nun auf Drängen vieler Interessierter hin in einem übersichtlichen Buch mit eigenen Bildern festgehalten. Die Vernissage findet heute Abend statt (Infos siehe Kasten). «Mein Berndeutsch ist das eines Mättelers. So klingt es auch im Buch», sagt Sommer. Und Bernd Schildger schreibt im Vorwort: «Aus dem Fundus seiner Geschichten schuf er einen kleinen Brockhaus der Tiergartengeschichte.»

Im Buch gibt es Anekdotisches, das Freude macht: von den kleinen Wölfen zum Beispiel, die aus dem Gehege schlüpfen und so lange «freien Ausgang» im Park geniessen, bis sie sich eines Tages so vollfressen, dass sie nicht mehr unter dem Zaun hindurch zu ihrer Mutter schlüpfen können; oder vom Krokodil, das in der Aare eingefangen wird, und niemand weiss, woher es kommt; oder von den Luchsen, die in viel zu engen Platzverhältnissen gehalten werden, bis nach einem Sturm ein Baum auf die «Käfige» fällt und die Tiere ausreissen.

Die verspeisten Bären

Fred Sommer setzte sich auch engagiert dagegen ein, dass die im Bärengraben geborenen Jungbären, für die man keinen Platz in anderen Zoos fand, in einem Restaurant der Berner Altstadt verspeist wurden. «Junge Bären waren eine Attraktion im Graben. Dennoch setzte ich mich stets gegen die Züchtung ein. Dann brauchten auch keine kleinen Bären getötet zu werden!»

Dies ist glücklicherweise Geschichte. Dennoch wäre es laut Fred Sommer ganz einfach: «Gesunden Menschenverstand walten lassen, wo immer Menschen und Tiere zusammenleben – und kein Tier müsste leiden.» So einfach und so wahr, wie Fred Sommers Worte klingen, so schwierig scheint es mancherorts zu sein, sie in die Tat umzusetzen. «Viel Übles in der Tierpflege geschieht leider aus Unwissenheit», sagt Sommer, der noch heute Lehrreiches, oft direkt am Tier, weitergibt: «Ein Tierpfleger sollte doch wissen, wie man ein Huhn anfasst.» Sein Grossvater habe ihm die Tierliebe mitgegeben, sagt er. «Ihr würde ich gern ein Büchlein in den Himmel schicken.»

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