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Tierpark soll Sonderrechnung erhalten

Der Tierpark Dählhölzli und der Bärenpark sollen eigenständiger werden. Das Berner Stadtparlament hat am Donnerstagabend ein neues Tierparkreglement in erster Lesung beraten. Das letzte Wort haben 2014 die Stimmberechtigten.

Kann der Tierpark bald autonomer entscheinden (im Bild das neue Vivarium)?
Kann der Tierpark bald autonomer entscheinden (im Bild das neue Vivarium)?
Urs Baumann

Der Berner Stadtrat hat am Donnerstag ein neues Tierparkreglement beraten. Der Berner Tierpark Dählhölzli und der Bärenpark sollen eigenständiger werden. Das letzte Wort haben 2014 die Stimmberechtigten.

Der Tierpark bleibt zwar Teil der Stadtverwaltung, doch er soll eine gesonderte Rechnung mit Spezialfinanzierung erhalten. Die Stadt würde dem Zoo pro Jahr eine Einmalzahlung zukommen lassen, über deren Höhe wie bisher Stadtrat und Volk via Budget befinden. Der Gemeinderat rechnet mit einem jährlichen Beitrag von 7 Millionen Franken.

Autonomerer Umgang mit dem Geld

Mit dem Geld soll der Tierpark künftig autonomer umgehen können als bisher. So will der Gemeinderat den Verantwortlichen mehr unternehmerischen Spielraum verschaffen. Zudem sollen die komplexen Strukturen vereinfacht werden.

Heute sind die Zuständigkeiten für den Tierpark breit gestreut. Allein in der Stadtverwaltung reden nicht weniger als vier Direktionen mit, wenn es um Wildschweine, Flamingos und Bären geht. Das Berner «Dählhölzli» gehöre wohl weltweit zu den Zoos mit den kompliziertesten Strukturen, sagte SP-Stadträtin Lena Sorg namens der vorberatenden Kommission.

Neu soll sich künftig eine Tierparkkommission um die Belange des Tierparks kümmern und diesen strategisch führen. Der Kommission sollen neben Vertretern der Stadt auch verwaltungsexterne Stellen angehören, so der Tierparkverein und die Burgergemeinde.

«Richtig und erfrischend»

Bei den Stadtratsfraktionen kam das neue Reglement in erster Lesung gut an, keine einzige sprach sich dagegen aus. Dass der Gemeinderat ein modernes Reglement bringe, sei «richtig und erfrischend», lobte FDP-Sprecher Christoph Zimmerli. Die veraltete Struktur entspreche den Publikumsmagneten Dählhölzli und Bärenpark längst nicht mehr.

Eine Sonderrechnung biete dem Tierpark die Chance, Drittmittel und Sponsorengelder zu generieren, sagte Judith Renner-Bach namens der Fraktion BDP/CVP. Einen Rückweisungsantrag des Linksaussen-Vertreters Luzius Theiler (GPB-DA) lehnte der Rat mit 64 zu 4 Stimmen deutlich ab.

Theiler warf der Stadtregierung vor, das Parlament «übertölpelt» zu haben. Als der Stadtrat 2012 ein Postulat zur Aufwertung des Tierparks überwiesen habe, sei nicht von einer Sonderrechnung die Rede gewesen. Der Gemeinderat habe nicht mit offenen Karten gespielt, rügte Theiler.

«Kein Haar in der Suppe»

Gemeinderat Reto Nause (CVP) widersprach: «Es gibt kein Haar in der Suppe bei diesem Geschäft.» Der Tierpark werde ja nicht privatisiert, sondern für die Zukunft neu aufgestellt. Das sei eine historische Chance.

In einer zweiten Lesung wird der Stadtrat das Reglement erneut beraten. Umstritten ist unter anderem die Finanzkompetenz der Tierparkkommission. Beschliesst der Stadtrat das neue Reglement, wird dieses 2014 dem Volk vorgelegt.

SDA/js

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