Traum vom neuen Stadion ist geplatzt

Köniz

Sportlich ist der FC Köniz auf Erfolgskurs. Doch die Platzverhältnisse auf dem Sportplatz im Liebefeld sind prekär. Deshalb träumte der FC von einem neuen Stadion beim Könizer Freibad. Diese Idee ist vom Tisch, nun will der Klub im Liebefeld ausbauen.

Das Spielfeld bleibt im Liebefeld: Um mehr Platz zu haben, möchte der FC Köniz sein Klubgebäude aufstocken und das Stadion erneuern.

Das Spielfeld bleibt im Liebefeld: Um mehr Platz zu haben, möchte der FC Köniz sein Klubgebäude aufstocken und das Stadion erneuern.

(Bild: Urs Baumann)

Lucia Probst

Der Boden ist zu sumpfig: Das macht die Sache äusserst schwierig. Der FC Köniz hat die Idee ad acta gelegt, sich für ein neues Fussballstadion neben dem Könizer Freibad Weiermatt stark zu machen. In den letzten Monaten liess er den Standort in einer Studie prüfen. «Nicht nur das Terrain eignet sich nicht. Dort zu bauen, ist für uns kein Thema mehr, denn es wäre ein äusserst schwieriger Weg», sagt René Lanz, Unternehmer und Finanzchef des Klubs.

Die Idee kam nicht von ungefähr: Sportlich ist der FC Köniz auf Erfolgskurs. Das ambitionierte Fanionteam spielt in der 1.Liga Classic vorne mit und steht am 9.Dezember im Schweizer Cup gegen den FC Zürich im Achtelfinal. Das Cupspiel stellt den Klub vor besondere Herausforderungen. Für solche Spiele – oder auch falls der Klub sein Ziel erreicht und über kurz oder lang in die Challenge League aufsteigen sollte – ist das kleine Fussballstadion im Liebefeld nur äusserst begrenzt tauglich (siehe Kasten).

Aufbau aufs Klubgebäude

Der Platz ist für den FC Köniz schon jetzt ein Problem. Der Sportplatz liegt eingeklemmt zwischen Wald und Wohnhäusern im Steinhölzliquartier. «Es ist alles eng geworden», sagt Vereinspräsident Mauro Rossi. «Wir bräuchten mehr Stauraum und Büros.» Viele Abläufe seien mühsam. Der Waschraum für die Trikots zum Beispiel sei viel zu klein, die Schiedsrichtergarderobe auch. Im Quartier und sogar in der Stadt Bern wurden deshalb in der Not Räume zugemietet.

Um das Manko zu beheben, gibt es jetzt neue Pläne: Der FC Köniz möchte sein Klubgebäude im Liebefeld um ein Stockwerk erweitern. Büro-, Material- und Schulungsräume sind in diesem Aufbau vorgesehen. Nötig sind diese auch für die Fussballschule Team Bern-West des FC. Eine Grobplanung gibt es bereits. «Den Fussballplatz lassen wir so», sagt René Lanz. Doch vielleicht gibt es bald eine zweite Etappe: Duschen und Garderoben würden dann erneuert, das Klubrestaurant und die Tribüne vergrössert und Parkplätze für Busse geschaffen. «Vorerst steht aber die erste Etappe im Zentrum», sagt Präsident Rossi. Nächstes Jahr möchte der Klub das Gebäude aufstocken.

Gemeinde nimmt den Ball auf

«Wir kennen diese Pläne», sagt der für Sportanlagen zuständige Könizer Gemeinderat Ueli Studer (SVP). Was die Finanzierung angeht, äussert sich noch niemand genauer: «Die Gemeinde wird sicher Bauherrin sein», sagt Studer. Der Kostenrahmen sei aber noch nicht klar. Der FC Köniz würde die Infrastruktur dann von der Gemeinde mieten.

Das Projekt sei natürlich nicht vergleichbar mit der Stadionidee beim Schwimmbad, sagt Studer. Nicht nur der Baugrund, sondern auch das nahe Wohnquartier wäre dort ein Problem gewesen, führt er aus. Studer macht klar, dass es in Köniz derzeit für einen Stadionbau kaum Alternativstandorte gibt. «Wir sind aber durchaus offen dafür, den FC Köniz bei seinen Ausbauplänen im Liebefeld zu unterstützen.»

Sportliches Aushängeschild

Noch vor Weihnachten will Studer sich wieder mit den FC-Verantwortlichen treffen. Schon jetzt ist die Gemeinde teils in die Abklärungen involviert. Liegt ihm das grobe Baukonzept vor, will Studer das Projekt verwaltungsintern genauer prüfen lassen und in den Gesamtgemeinderat bringen. «Wir wollen zügig vorwärtsmachen», sagt er. Die Platzverhältnisse seien eng, das sehe auch er.

Angst, dass sich andere Sportvereine benachteiligt fühlen könnten, hat Studer nicht: «Wir investieren zum Beispiel im Moment viel Geld in die neue Ballsporthalle.» Das entspanne für viele Vereine die Hallensituation. Der FC Köniz sei ein sportliches Aushängeschild und tue viel für den Juniorenfussball. Zudem würden die Verantwortlichen des FC Köniz nicht nur fordern. «Sie machen sich selbst viele Überlegungen.» So sind im Fussballklub durchaus auch potente Geldgeber vorhanden.

Berner Zeitung

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