Bern

Treiben Hundehasser ihr Unwesen?

BernEine Hundehalterin hat im Könizbergwald ein mit Scherben versetztes Fleischstück gefunden. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.

Es ist unklar, ob das Fleisch entsorgt oder mutwillig präpariert und ausgelegt wurde.

Es ist unklar, ob das Fleisch entsorgt oder mutwillig präpariert und ausgelegt wurde. Bild: zvg/Facebook

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«Achtung im Könizbergwald! Fleischstücke gefunden, sie lagen im Laub und Gehölz versteckt. Eines der Stücke war mit Scherben gespickt. Bitte gut auf die Hunde achten», warnt Stephanie Wolf auf Facebook. Auf Nachfrage sagt sie: «Keine Ahnung, ob es sich um das Werk eines Hundehassers handelt, aber ich fand die Sache schon etwas dubios.»

Ihre Hündin hatte am Fusse eines Baumes ein Stück Fleisch gefunden, das zusätzlich mit Laub überdeckt war. «Zum Glück hat sie nur angezeigt und wollte es nicht fressen», erzählt die Halterin. Sie habe festgestellt, dass sich in dem Fleisch Glasscherben befunden haben. Später habe sie noch eine Grillschnecke und ein Filetstück gefunden, jedoch ohne Splitter. «Dennoch hätte sich ein Hund auch am Holzspiess der Grillschnecke verletzen können.»

«Wir haben am Dienstagmorgen eine Meldung zu mutmasslich präparierten Ködern im Könizbergwald erhalten», bestätigt Dominik Jäggi, Sprecher der Kantonspolizei Bern. «Gegenwärtig handelt es sich um die einzige Meldung dieser Art, aber wir nehmen sie natürlich ernst. Leider konnten wir die Fleischstücke nicht mehr erhältlich machen, um sie zu untersuchen.»

Oft bleibt es beim Verdacht

Pro Jahr bearbeitet die Fachstelle Tierdelikte der Kantonspolizei Bern etwa zehn bis zwanzig solcher Meldungen, «wobei sich ein Verdacht nur selten erhärtet», so Jäggi. Wenn etwa bei einem Hund nach einem Spaziergang gesundheitliche Beschwerden auftreten, könnte eine mögliche Erklärung auch sein, dass das Tier aus Versehen Abfall gefressen hat – dass also keine böswillige Absicht vorliegt.

Grundsätzlich sollten solche Vorfälle aber immer bei der Polizei gemeldet werden. Dazu raten auch die Wildhut sowie die Waldbesitzerin, im Fall des Könizbergwaldes die Burgergemeinde Bern: «Privatpersonen müssen selbst reagieren und gegebenenfalls Anzeige erstatten», betont Urs Emch, der stellvertretende Forstbetriebsleiter.

Aber auch Emch sagt, Meldungen zu Giftködern oder ähnlichem seien selten. «In den 27 Jahren, in denen ich bei der Burgergemeinde arbeite, kann ich mich an ein oder zwei Fälle erinnern, in denen tatsächlich böswillig präparierte Köder ausgelegt wurden.»

Ob die Fleischstücke im Könizbergwald von einem Hundehasser ausgelegt worden sind oder ob es sich um – allerdings ebenfalls illegal – entsorgte Lebensmittel handelt, ist derzeit unklar. Die polizeilichen Ermittlungen laufen noch. «Mit meinem Facebook-Post», präzisiert Stephanie Wolf, «wollte ich in erster Linie Hundehalter zu Vorsicht und Achtsamkeit aufrufen.» (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.11.2017, 17:21 Uhr

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