Trio prüft Fusion

Gürbetal

Mühlethurnen, Kirchenthurnen und Lohnstorf prüfen eine Fusion. Beerdigt wurde ein gemeinsames Projekt mit Toffen und Kaufdorf.

Mühlethurnen wäre das ­Zentrum der neuen ­Gemeinde.

Mühlethurnen wäre das ­Zentrum der neuen ­Gemeinde.

(Bild: Raphael Moser)

Johannes Reichen

Der Mühlethurner Gemeindepräsident Christian Kneubühl (SVP) sagt es unumwunden: «Die Fusion ist mein grosses Ziel.» Am Montagabend wurde er an der Gemeindeversammlung für weitere vier Jahre in seinem Amt bestätigt. Wenn sein Wunsch in Erfüllung geht, dauert die Legislatur nur noch zwei Jahre. Auf Anfang 2020 soll die Fusion mit Kirchenthurnen und Lohnstorf zustande kommen. «Ein sportlicher Zeitplan», sagt Kneubühl. Bis es so weit ist, können sich die Stimmbürger noch zweimal zum Projekt äussern.

Die erste Hürde ist geschafft. Die drei Gemeinden starten Fusionsabklärungen. Dafür entschieden sich alle drei Gemeindeversammlungen klar. Sie ge­nehmigten auch einen Kredit von total 100 000 Franken. Davon übernimmt der Kanton allerdings die Hälfte. Gleichzeitig beerdigten sie ein gemeinsames ­Fusionsprojekt mit Toffen und Kaufdorf, das keine der fünf Gemeinden erwärmen konnte.

Kritik an die Kleinen

Seit mehr als vier Jahren sind Fusionen im Gebiet Gürbetal und Längenberg ein grosses Thema. Ganz am Anfang stand sogar eine Grossfusion von acht Gemeinden zur Diskussion, der Perimeter erstreckte sich von Riggisberg bis Kaufdorf, fast 9000 Einwohner wären betroffen gewesen. Diese Pläne hielten sich allerdings nicht lange. Seither gab es An­näherungsversuche in wechselnden Konstellationen. Übrig blieben zwei Projekte: der Zusammenschluss der drei Gürbetaler Gemeinden und eine Fusion von Riggisberg und Rümligen (mehr dazu in der morgigen Ausgabe).

Ganz ohne kritische Stimmen verlief die Diskussion in Mühlethurnen allerdings nicht. «Unsere Gemeinde hat in den letzten Jahren sehr viel in die Wert­erhaltung der Kanalisation oder der Strassen investiert», sagte ein besorgter Bürger. «Die beiden ­anderen Gemeinden haben nur Pfläschterlipolitik betrieben.» Der Mann schlug vor, mit einer Fusion noch zwanzig Jahre zu warten. «Die anderen sollen zuerst ihre Hausaufgaben machen.»

Der Lohnstorfer Gemeindepräsident Fritz Harri (parteilos) hat diesen Vorwurf schon öfter gehört, entgegnet aber: «Des­wegen wird er nicht wahrer.» Die Gemeinde habe die Infrastruktur in den letzten Jahren erneuert, beispielsweise in den Strassenunterhalt investiert. «Ich habe kein schlechtes Gewissen.»

Harri ist wie Kneubühl vom Nutzen einer Fusion überzeugt. Früher oder später könne Lohnstorf nicht mehr allein existieren, so hätten es letztlich alle Stimmbürger gesehen. «Das ist eine Chance, die wir packen müssen.»

Klare Sache

Auch in Kirchenthurnen war der Tenor klar. «Es gibt Stimmen, die der Meinung sind, eine Fusion bringe nichts», sagt Gemeindeschreiberin Lilo Schindler. Doch sie waren klar in der Unterzahl. Am Ende resultierten in Mühlethurnen (1400 Einwohner) drei Gegenstimmen, in Lohnstorf (230) ebenfalls drei und in Kirchenthurnen (280) vier Gegenstimmen.

Berner Zeitung

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