Trotz Baustelle – Bären sollen nicht umziehen

Bern

Die obere Mauer des Bärenparks muss teilweise saniert werden. Grund ist der nicht frostbeständige Beton. Geht es nach dem Gemeinderat, sollen die Bären während der Arbeiten im Park bleiben.

Die Bären werden wegen den Touristen während den Bauarbeiten nicht umquartiert.

Die Bären werden wegen den Touristen während den Bauarbeiten nicht umquartiert.

(Bild: Keystone)

Im Bärenpark stehen 2016 Renovationsarbeiten an der erst sechs Jahre alten oberen Mauer an. Wie der «Bund» schreibt, sind die Erosionsspuren auf die Verwendung von nicht frostbeständigem Beton zurückzuführen. Auch die seitliche Mauer weise Schäden auf. Diese könnten jedoch behoben werden, wenn der neue Schräglift für gehbehinderte Parkbesucher realisiert wird. Die Schäden wurden bereits im Oktober 2011 entdeckt.

Tschäppät will aus touristischen Gründen die Bären im Park behalten

Für die Planung der Sanierung habe man den Stadtratsentscheid zum Liftbau im Oktober 2014 abgewartet, sagt Stadtbaumeister Thomas Pfluger gegenüber dem «Bund». Kritische Stimmen aus der Stadtpolitik vermuten daher, dass die zuständige Stelle die Sanierung, die sich auf rund eine Million Franken beläuft, im Zuge des Liftbaus «verstecken» wollte.

Pfluger verweist auf den Entscheid des Gemeinderats, die Bauarbeiten in Etappen durchzuführen, um die Bären keiner zu grossen Belastung auszusetzen und um eine zwischenzeitliche Auslagerung der Tiere in den Juraparc Vallorbe zu umgehen. Dem Stadtpräsidenten sei die Sachlage erst seit Anfang dieses Jahres bekannt. «Aus touristischen Gründen will der Gemeinderat die Bären möglichst im Park belassen», betont Alexander Tschäppät.

Stadt zahlt trotz Garantie einen Teil der Sanierung selber

«Die Mauersanierung ist bisher ohne Tiere geplant worden», präzisierte aber Tierparkdirektor Bernd Schildger gestern auf Anfrage dieser Zeitung. In den nächsten Tagen müsse nun geklärt werden, was es alles brauche, damit das Wohlbefinden der Bären gewährleistet bleibe. «Ich möchte keine Schnellschüsse machen, aber grundsätzlich gebe ich Erika Siegenthaler, Präsidentin des Tierparkvereins, recht: Für die Bären wäre es am besten, wenn sie während der Arbeiten umziehen würden.»

Bereits der Bau des Bärenparks hat ein grosses Loch in die Stadtkasse gerissen. Anstatt 9,7 kostete die Anlage 21,3 Millionen Franken. Nun muss die Stadt 250'000 Franken der Kosten für die Sanierung der Mauer berappen, wie in einem Vergleich mit den am Bau beteiligten Firmen entschieden worden ist. Dies, obwohl es sich nach Angaben von Tschäppät um einen Garantiefall handelt. In diesem Zusammenhang spricht SVP-Präsident Rudolf Friedli von einer «bodenlosen Frechheit».

sih/bec

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt