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Umstrittenes Asylzentrum bleibt wohl leer

Die Asylnotunterkunft in der Zivilschutzanlage ist trotz zwei Einsprachen von besorgten Eltern bewilligt worden. Ob sie tatsächlich jemals eröffnet wird, ist zurzeit aber unklar.

Gemeindepräsident Niklaus Marti beim Eingang zur Zivilschutzanlage in Grossaffoltern.
Gemeindepräsident Niklaus Marti beim Eingang zur Zivilschutzanlage in Grossaffoltern.
Andreas Blatter

Die Aufregung war wohl vergebens. Der Entscheid des Gemeinderates, die Zivilschutzanlage im Dorf ab Sommer 2017 dem Kanton als Reservenotunterkunft für Flüchtlinge anzubieten, führte in Grossaffoltern zu gehässigen Diskussionen. Eine spontan formierte Interessengemeinschaft (IG) reichte beim Regierungsstatthalteramt Seeland zwei Einsprachen ein.

Ob das Asylzentrum überhaupt jemals gebraucht wird, ist allerdings fraglich. Die Zahl Asylsuchender ist rückläufig. Im letzten Jahr haben in der Schweiz ein Drittel Menschen weniger um Asyl ersucht als im Vorjahr. Das Staatssekretariat für Migration rechnet für dieses Jahr mit erneut tieferen Zahlen.

Gleichzeitig lösen oberirdische Asylheime vermehrt die unter­irdischen Anlagen ab. So hat der Kanton schon länger entschieden, die Notunterkünfte in Ittigen, Moosseedorf, Burgdorf und Hindelbank zu schliessen. Gestern wurde zudem bekannt, dass es bereits morgen Freitag in Muri so weit ist (siehe Kasten).

Unter diesen Vorzeichen sei es «unwahrscheinlich, dass die Notunterkunft in Grossaffoltern je gebraucht wird», sagt deshalb Regierungsstatthalterin Franziska Steck. Trotzdem halte man sich die Option offen, die Anlage im Notfall in Betrieb zu nehmen. «Wir wollen halt für alles gewappnet sein», so Steck.

Damit hat sich das Problem für Grossaffoltern vorerst wohl von allein gelöst. Die IG bleibt trotzdem auf der Hut. Die Aufregung sei zwar verflogen, die Gefahr aber immer noch real, so ein Mitglied der Gemeinschaft. Derzeit warte man ab, wie es weitergehe.

Kein Richtungswandel

Auch die Gemeinde will die An­lage nicht einfach fallen lassen. Die Einsprachen gegen die Notunterkunft wurden mittlerweile abgewiesen, und die Frist für einen Weiterzug ist abgelaufen. «Wir nehmen die Einsprachen natürlich trotzdem ernst», sagt Gemeindepräsident Niklaus Marti (BDP). Deshalb wolle man den Dialog mit den besorgten Eltern weiterführen. Geplant ist am 23. Mai ein weiterer Infoabend.

Franziska Steck war überrascht von der negativen Reaktion auf das geplante Asylzen­trum: «Es kann sein, dass wir die Situation zu wenig deutlich vermittelt haben», sagt sie dazu.

Besorgte Eltern

Die IG hatte gegen das Vorhaben auch eine Petition mit sechshundert Unterschriften eingereicht. Das Kernproblem für Eltern ist der Standort des Asylzentrums. Die Anlage befindet sich auf dem Schulareal, direkt unter dem Mehrzwecksaal. Sie komplett von den Schülern zu trennen, ist nicht möglich. Hundert Asylsuchende finden dort Platz.

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