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Velofest mit Lücken

Nicht alle Gemeinden, die an der Route von «Hallo Velo» liegen, beteiligen sich finanziell am Velofestival. Das hat Folgen fürs Programm – vor allem in der einen Hälfte der Rundstrecke.

«Hallo Velo» auf dem Land: Nicht in allen Gemeinden ist die Begeisterung für den Anlass so gross wie in Bern.
«Hallo Velo» auf dem Land: Nicht in allen Gemeinden ist die Begeisterung für den Anlass so gross wie in Bern.
Enrique Muñoz García

Pumptrack und Veloschnitzeljagd in Bern. Veloparcours in Gümligen. Radball in Allmendingen. Einradfahren in Rubigen. E-Bikes in Münsingen.

Der Blick auf das Programm und die Fahrt auf dem Velo machten klar, wo das Herz des Veloanlasses «Hallo Velo» schlug: in Bern und im Aaretal. Sechs der sieben Event-Villages und Festivalzonen befanden sich auf diesem Teil der Strecke. Und von den 22 Treffpunkten oder Attraktionen, welche die Organisatoren hervorhoben, lagen 19 auf dem Abschnitt Bern–Münsingen.

Entlang der anderen Hälfte der Route, zwischen Belp und Wabern, herrschte dagegen weitgehend tote Hose. Nur gerade in Kehrsatz lag eine Festivalzone. Es war immerhin ein buntes Velofest, das auf dem Bauernhof im Selhofen gefeiert wurde.

Beitrag gestrichen

«Hallo Velo» wurde am Sonntag zum dritten Mal ausgetragen. Die Initiative ging einst von Bern und Münsingen aus. Die übrigen Gemeinden, die an der Strecke liegen, wurden zum Mitmachen aufgefordert.

Die Idee: Jede Gemeinde bezahlt pro Einwohnerin und Einwohner einen Franken. «Doch damit tun sich einzelne Gemeinden schwer», sagt Projektleiter Fränk Hofer.

Zum Beispiel Belp. Vergangenes Jahr hatte der Gemeinderat entschieden, nur jedes zweite Jahr einen Beitrag an das Fest zu prüfen – deshalb fiel die Unterstützung dieses Jahr aus. Und so bauten die Organisatoren in Belp auch keine Festivalzone auf – obschon die Gemeinde den längsten Streckenabschnitt aufweist.

Dafür hat der Belper Gemeindepräsident Benjamin Marti (SVP) Verständnis. Er findet den Anlass zwar gut. «Er bietet ein gemeinschaftliches Erlebnis, ohne grosse Anforderungen zu stellen.»

Trotzdem müsse man sich fragen, ob man dafür jedes Jahr Steuergelder verwenden wolle. Schliesslich habe eine Gemeinde eine Flut von Aufgaben zu erfüllen. Auch die Kulturnacht in Köniz oder die Belper Kulturtage fänden nur alle zwei Jahre statt. «Das ist ein gängiger Weg.» Nächstes Jahr werde er dem Gemeinderat beantragen, wieder Geld zu sprechen.

Auch Muri-Gümligen bezahlt den Pro-Kopf-Beitrag nicht. Angesprochen auf die gute finanzielle Lage der Gemeinde, sagte Gemeindepräsident Thomas Hanke (FDP) letztes Jahr: «Das heisst noch nicht, dass man überall mitmachen muss.» Die diesjährige Festivalzone bei der Kirche war auf das Engagement von Privatleuten und der Kirchgemeinde zurückzuführen.

Anders Worb. Der Rundkurs führt nur auf einem kleinen Teilstück bei Vielbringen über das Gemeindegebiet, weshalb die Gemeinde den pro Pro-Kopf-Beitrag auch nur für die Einwohner dieses Ortsteils bezahlt, um die 500 Franken.

«Wir wären gerne stärker eingebunden», sagt Gemeindepräsident Niklaus Gfeller (EVP). Das sei aus verkehrspolizeilichen Gründen nicht möglich.

Solidarität nötig

In Köniz wiederum kürzte das Parlament vor einem Jahr den Beitrag von 40'000 auf 10'000 Franken. Dieser Betrag wurde für interne Leistungen verwendet, etwa die Signalisation und die Absperrungen.

«Wir haben einfach die Durchfahrt ermöglicht», sagt Stephan Baeriswyl, Leiter der Fachstelle Anlagen und Sport. Für eine Festivalzone wie in den letzten beiden Jahren reichte es hingegen nicht. «Das haben die Organisatoren klargemacht.»

Wenn die Solidarität verloren gehe, sei es schwierig, einen solchen Anlass durchzuführen, sagt Organisator Hofer. Deshalb suche man auch immer wieder das Gespräch mit den Gemeinden. «Wir haben den Auftrag, alles daranzusetzen, dass sie mitmachen.»

Der Anlass werde aber auch nächstes Jahr stattfinden – aber sicher nicht an zwei Tagen, wie es eigentlich für dieses Jahr geplant gewesen wäre. «Das war eine Kommunikationspanne», sagt Hofer. Einige Gemeinden dürfte das kaum stören.

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