Verein befreit Lernende vom Durchhänger

Bern

Der neue Verein Kobugipfelstürmer unterstützt Lernende bei einem plötzlichen Leistungsabfall.

Kobugipfelstürmer: Marc Riedo und Sandra Kobel.

Kobugipfelstürmer: Marc Riedo und Sandra Kobel.

(Bild: PD)

«Aus privaten oder beruflichen Gründen kommt es bei vielen Lernenden irgendwann zum Durchhänger und somit zu Leistungsschwankungen.» Das sagt Marc Riedo, Geschäftsführer der Riedogroup Holding AG und Präsident des kürzlich gegründeten Vereins Kobugipfelstürmer, dessen Aktivitäten am Montag vorgestellt wurden.

«Ziel des Vereins ist es, jungen Leuten zu helfen, sie aufzufangen und eine zielgerichtete Lernberatung anzubieten.» Es komme immer wieder vor, dass ganz gute Lehrlinge einen Leistungsabbau hätten.

Marc Riedo: «Viele haben nie gelernt, sich zu strukturieren.» Bei Problemen brauche es eine neutrale Stelle, um sich öffnen zu können. Es seien schliesslich Leute, die man behalten wolle.

Sandra Kobel, Vorstandsmitglied des Vereins, erklärte am Montag, wie das abläuft: «Wenn ein Unternehmer feststellt, dass bei einem Lernenden irgendetwas nicht mehr funktioniert, kann er uns kontaktieren. Wir bieten dann eine telefonische Erstberatung an.» Falls diese nicht zum Ziel führe, würden die Lernenden zu einem Treffen eingeladen. Diese Sitzungen fänden in einem Büro in Meikirch statt.

«Geleitet werden die Gespräche von Leuten mit langjähriger Erfahrung aus der Berufsbildung der Sek II», erklärt Sandra Kobel. Zur Lernberatung und -begleitung gehöre aber auch das ganzheitliche Einbeziehen des Lernumfeldes zu Hause und im Betrieb. Alle müssten mithelfen, am gleichen Strick zu ziehen.

Verein sucht Partner

Kobugipfelstürmer finanziert sich ausschliesslich über Spenden und Partnerschaften. Unternehmen aus dem Kanton Bern, die sich langfristig für Lernende mit Leistungsschwankungen einsetzen wollen, können eine Partnerschaft mit dem Verein eingehen. Der Jahresbeitrag liegt zwischen 600 und 1000 Franken.

Vereinspartner bezahlen im Fall einer Lernberatung dann nur die Hälfte. Laut Sandra Kobel kostet eine solche regulär – je nach Aufwand – zwischen 1600 und 3600 Franken.

Seit der Gründung des Vereins Ende August seien 30 Berner Unternehmen eine Partnerschaft eingegangen, wobei 26 davon noch gar keinen entsprechenden «Fall» hätten. Eines davon ist die Zimmerei Hirschi in Trub.

«Ich bin sehr froh, dass es ein solches Lehrlingsangebot gibt, ich selbst bin auf diesem Gebiet ja nicht ausgebildet», sagt Jürg Hirschi. Es komme ja ab und zu vor, dass Lehrlinge beispielsweise vor dem Abschluss gefährdet seien.

www.kobugipfelstuermer.ch

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