Vier von zehn Fussgängerstreifen in Bern mangelhaft

Bern

Der TCS hat im Jahr 2013 100 Fussgängerstreifen in der ganzen Schweiz getestet. Zehn davon in Bern. Gerade drei Fussgängerstreifen werden in der Bundesstadt als gut bewertet, vier erhalten das Prädikat mangelhaft.

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Fast die Hälfte von 100 durch den Touring-Club (TCS) in der ganzen Schweiz getesteten Fussgängerstreifen sind als potentiell gefährlich eingestuft worden. Nur gerade ein Fussgängerstreifen erhielt das Prädikat sehr gut, wie der TCS mitteilte.

Gemäss TCS waren 45 Fussgängerstreifen mangelhaft. Ein Drittel der getesteten Fussgängerstreifen wurde als ausreichend und 21 als gut beurteilt. Die Fussgängerstreifen spielen laut TCS eine wichtige Rolle bei der Verkehrssicherheit. So wurden 2012 20 Menschen in der Schweiz auf Fussgängerstreifen getötet.

Stadt Bern: vier von zehn mangelhaft

Getestet wurden je zehn Fussgängerstreifen in zehn Ortschaften. Unter diesen befindet sich auch die Stadt Bern. Hier haben die Übergange bei der Bremgartenstrasse beim Stadion Neufeld, Bremgartenstrasse beim Lindenhofspital und auf dem Bahnhofplatz am besten abgeschnitten. Die Übergänge überzeugten die Tester speziell durch die bauliche Gestaltung. So ist der Fussgängerstreifen beim Lindhofspital mit Pollern und einer Mittelinsel ausgestattet. Die Zebrastreifen Nordring/Viktoriarain, Belpstrasse/Haslerstrasse und Mühlemattstrasse/Sulgenbachstrasse wurden beim Test als ausreichend bewertet.

Als mangelhaft gelten, laut TCS, die Fussgängerstreifen Länggasstrasse/Erlachstrasse, Effingerstrasse Höhe WKS KV, Monbijoustrasse/Sulgenauweg sowie Juliäumstrasse/Thormannstrasse. Neben der fehlenden baulichen Gestaltung, kritisiert der Touring-Club bei diesen Übergängen die schlechte Sichtbarkeit bei Tag wie auch bei Nacht. Die Übergange in der Monbijoustrasse und Jubiläumstrasse erhielten in dieser Kategorie sogar die Note «sehr mangelhaft».

Stadt Bern überprüfte Fussgängerstreifen

Seit 2012 überprüfte die Stadt Bern selbst rund 500 Fussgängerstreifen in Schulhausnähe. Im Detail ergab die Analyse, dass nur bei rund 200 der überprüften 500 Fussgängerstreifen keine Massnahmen nötig sind. Bei rund 150 mangelhaften Fussgängerstreifen könnten nach Verkehrsplanung Optimierungsmassnahmen rasch umgesetzt werden. Die Verbesserungen beinhalten Massnahmen, wie das Zurückschneiden von Büschen oder lediglich die Erneuerung von Markierungen.

Bei den übrigen 150 Fussgängerstreifen will der Gemeinderat grössere Massnahmen ergreifen, wie dieser anlässlich einer Medienkonferenz im September erläuterte. Dort sollen teils ganze Trottoirverbreiterungen vorgenommen, oder die Fussgängerstreifen werden einfach versetzt. Für die geplanten Massnahmen beantragte der Gemeinderat einen Kredit von rund 540'000 Franken beim Stadtrat.

Berner Verkehrsplanung sucht Dialog mit TCS

Laut Hugo Staub, Leiter der Verkehrsplanung Stadt Bern, gilt es nun die vom TCS angeprangerten Fussgängerstreifen bezüglich ihrer Sicherheit erneut zu prüfen. «Wir sind gerne bereit den Dialog mit dem TCS zu suchen um gemeinsam einen Weg zur Verbesserung der Verkehrssicherheit zu finden.»

Bei zwei der vier als mangelhaft eingestuften Fussgängerstreifen in der Stadt Bern handelt es sich um solche, die bei der vorgängigen Analyse noch nicht untersucht worden sind. In einer zukünftigen Analyse werde diese deshalb mit entsprechend besonderer Sorgfalt behandelt werden, so Staub. «Die Auswertungen des TCS sind nicht optimal bezüglich ihrer Transparenz, wir haben bei unseren Messungen jeweils andere Methoden angewandt.»

Siders Top, Vernier Flop

In jeder der 10 untersuchten Ortschaften wurden jeweils 10 Fussgängerstreifen in verschiedenen Quartieren nach einer halbzufälligen Methode ausgewählt. Der Test prüft jeden Übergang anhand von 27 Kriterien in vier Kategorien: Gestaltung, Sichtverhältnisse am Tag, Sichtverhältnisse in der Nacht sowie Zugänglichkeit.

Der am besten bewertete Fussgängerstreifen befindet sich in Siders VS an der Route du Simplon. Er überzeuge vor allem durch eine übersichtliche Gestaltung und ausgezeichnete Sichtverhältnisse bei Nacht.

Am schlechtesten schnitt in der Bewertung der Fussgängerstreifen an der Kreuzung der Rue du Village und des Chemin de la Greube in Vernier GE ab. Die dortigen Sichtverhältnisse seien sehr schlecht, und zwar sowohl am Tag als auch in der Nacht. Zudem verfüge er nur über eine eingeschränkte Zugänglichkeit.

mas/pd

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