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Weidenpark beginnt zu spriessen

In Riffenmatt entsteht seit dieser Woche eine neue Touristenattraktion: Mit Hunderten von Schösslingen pflanzt Initiator Toni Bürki einen Weidenpark. In einigen Jahren werden daraus ein Irrgarten und andere Figuren gewachsen sein.

Die roten und gelben Weidenruten werden gesteckt und gebunden. Initiator Toni Bürki gibt den Kindern Anweisungen, wie sie den Weidentunnel konstruieren sollen.
Die roten und gelben Weidenruten werden gesteckt und gebunden. Initiator Toni Bürki gibt den Kindern Anweisungen, wie sie den Weidentunnel konstruieren sollen.
Urs Baumann

«Das gibt eine Schlange», haben die Kinder bestimmt. Abwechslungsweise stecken sie rote und gelbe Weidenruten in den Boden und biegen sie in Form. Der Boden in der Riffenmatt ist noch ein bisschen gefroren, das macht die Sache nicht einfacher. Toni Bürki gibt Anleitung und hilft dort, wo die Schulkinder nicht mehr weiterwissen. Wenn die Schösslinge getrieben haben, wird die Schlange aus Weiden undurchdringliche Wände haben – ideal, um im Sommer darin Verstecken zu spielen. Nun sollten die Weiden festwachsen und ausschlagen können. Die Stecklein, die auf dem Landstück oberhalb von Riffenmatt in den Boden gesteckt werden, sollen dereinst zu einem Weidenpark heranwachsen.

Idee der Zukunftskonferenz

Vor rund drei Jahren hat Toni Bürki begonnen, die Idee für einen Weidenpark voranzutreiben. Den Ausschlag hat eine Zukunftskonferenz der Gemeinde Guggisberg gegeben, wo seine Idee Anklang fand. Diese Woche hat er nun mit Ferienpass-Kindern aus Guggisberg und Rüschegg damit begonnen, die Weiden zu pflanzen. Diese Arbeit dauert noch den ganzen April, danach übernimmt die Natur die weitere Arbeit. Bürki wird dafür besorgt sein, dass die Weiden dorthin wachsen, wo er sie gerne möchte.

Vorgesehen ist, am Waldrand einen Irrgarten, zwei Pavillons sowie diverse Figuren mit den Weiden anzupflanzen. Das Ganze wird von einem Weidenzaun umrahmt. In drei bis fünf Jahren sind die Weidenruten so weit gediehen, dass der Park eröffnet werden kann. Wie der Betrieb genau funktionieren wird, weiss Initiator Bürki noch nicht: «Vorgesehen ist, Eintritt dafür zu verlangen. Das ergibt jedoch sofort höhere Betriebskosten.» Nach eigenen Schätzungen wird der betreute Betrieb rund 30'000 bis 40'000 Franken pro Jahr kosten.

Bürki will die Wachstumszeit des Parks dazu nutzen, Geldgeber aufzutreiben und Partner zu suchen. Neben dem Ausflugsziel für Familien kann sich Bürki auch vorstellen, dass Taufen, Hochzeitsapéros, soziale Institutionen oder auch Betriebsausflüge den Weg in den Weidenpark finden.

Ruten selbst geschnitten

Die Kosten für den Aufbau hat Toni Bürki selbst getragen, er hat dazu eine Einzelfirma gegründet. Um den Park überhaupt errichten zu können, war eine Zonenplanänderung notwendig: Das Gelände musste von der Landwirtschaftszone in eine Zone für Freizeit umgeteilt werden. Die Gemeindeversammlung hat im vergangenen Dezember grünes Licht dazu gegeben, die Gemeinde Guggisberg die Kosten übernommen.

Darauf hat sich Bürki aufgemacht, die Weidenruten zu schneiden. «Viele Bauern sind froh, wenn jemand ihre Weiden zurückschneidet», sagt er. Von Plaffeien bis nach Köniz ist er auf die Suche gegangen und hat vier verschiedene Weidensorten mitgebracht. Dieses Vorgehen ist einerseits sehr günstig, andererseits gehört das auch zum Konzept. «Es soll nicht aussehen wie in einem französischen Garten. Die Natur ist unser wichtigster Partner für das Gelingen des Projekts», sagt Bürki.

Entwicklung auf Internet

Die Entwicklung des einzigartigen Parks wird ab diesem Sommer auch online zu verfolgen sein: Ab Juli ist die Website www.weidenpark.ch online. Darauf wird vorerst der Wachstumsprozess mitzuverfolgen sein. Später kommen Informationen dazu, wie sich der Betrieb des Parks gestalten wird. Bis dahin hofft Bürki, dass der Frühling genug Regen bringt, damit die Weidenschösslinge festwachsen und austreiben.

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