Wettkampf um den Friedhof

Lyss

Die Gemeinde hat die Friedhofarbeiten für die nächsten vier Jahre neu aus­geschrieben. Es bahnt sich ein spannendes Duell zwischen dem jetzigen Gartenbaubetrieb aus dem Emmental und der Lysser Firma Gerber an.

Im Umbruch. Der Friedhof Hutti in Lyss wird derzeit umfassend saniert. Wer wird künftig die Gartenarbeiten und die Totengräberei übernehmen?

Im Umbruch. Der Friedhof Hutti in Lyss wird derzeit umfassend saniert. Wer wird künftig die Gartenarbeiten und die Totengräberei übernehmen?

(Bild: Beat Mathys)

Simone Lippuner

Derzeit ist der Friedhof Hutti in Lyss eine Baustelle. Für rund 800 000 Franken werden die Leitungen saniert, die Grabfelder neu angelegt, es gibt neue Bäume und mehr Platz, zudem wird der ganze Friedhof künftig behindertengerecht sein.

Ebenfalls im Umbau befinden sich die Friedhofarbeiten: Die «Gärtnerlegislatur» geht zu Ende, die Gemeinde hat die Vergabe der Friedhofarbeiten und der Totengräberei jüngst öffentlich ausgeschrieben. Vor vier Jahren kam es an der gleichen Stelle zum Streit: Die heimische Firma Gerber Gartenbau war während achtzig Jahren für den Friedhofunterhalt und die Beisetzungen zuständig und musste dann das Feld räumen – aus Kostengründen, hiess es.

Und zwar drängte mit der Emmentaler Gartenbaufirma Lobsiger ein Externer mit günstigerem Angebot auf den Markt und erhielt den Zuschlag. Nun sei aber Gras über die Sache gewachsen, so die Betroffenen. Beim jetzigen Wettbewerb werden sowohl Gerber wie Lobsiger mitmischen.

Eine Kündigung

«Die Wogen haben sich geglättet, das Verhältnis zur Gemeinde ist wieder gut», sagt Reto Gerber von Gerber Gartenbau. «Wir werden uns sicher wieder für die Friedhofarbeiten bewerben, wir haben in der letzten Zeit ja vermehrt auch einzelne Aufträge auf dem Friedhof ausgeführt.» Gerber macht keinen Hehl daraus, dass er die alle vier Jahre stattfindende Ausschreibung suboptimal findet: «Hier sollte Kontinuität gewährleistet sein.»

Damals wurde Gerbers Betrieb empfindlich vom Entscheid der Gemeinde getroffen. Schliesslich handelt es sich um einen Betrag von rund 250 000 bis 300 000 Franken pro Jahr. «Wir mussten eine Person entlassen. Mittlerweile sind wir aber wieder voll ausgelastet», so Gerber.

Eine spannende Sache

Nach den anfänglichen Schwierigkeiten sind sowohl die Lysser wie auch die Gemeinde zufrieden mit dem aktuellen Friedhofgärtner, der Firma Lobsiger aus Oberburg. Auch sie wird sich dem Wettbewerb stellen, wie Stefan Lobsiger bestätigt.

Seit vier Jahren liegt die gesamte Planung der Friedhofarbeiten bei der Gemeinde. Zuvor hatte die Firma Gerber die Gestaltungsplanung vorgenommen. «Vorher gab es sicher mehr Spielraum», sagt Thomas Peter, Abteilungsleiter Sicherheit und Liegenschaften der Gemeinde Lyss.

«Das heisst aber nicht, dass es künftig weniger zu tun gibt.» Punkto Auswahlverfahren sei die Gemeinde «neutral» und behandle jeden Bewerber genau gleich, gemäss den gesetzlichen Vorgaben des Beschaffungswesens. «Das Verfahren ist jedes Mal spannend», sagt Gerber. Die Eingabefrist läuft am 12. September ab.

Berner Zeitung

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