Wichtrach erhöht Steuern

Wichtrach

Anders als noch vor drei Jahren sagte Wichtrachs Gemeindeversammlung Ja zu einer Erhöhung des Steuer­satzes auf 1,59 Einheiten.

Glühwein wird vor der Gemeindeversammlung Wichtrach ausgeschenkt. Um das Kommende besser zu ertragen, wie ein Mann scherzt. Gemeint ist die Steuererhöhung, über die im Rahmen des Budgets 2018 entschieden werden muss. Der Gemeinderat will den Satz von 1,49 auf 1,59 Einheiten anheben. Diesem Antrag folgt eine Mehrheit. Sie sagt mit 117 zu 16 Stimmen Ja.

Höhere Steuern standen in Wichtrach bereits 2014 zur Debatte. Auch damals wollte der ­Gemeinderat den Steuersatz auf 1,59 Einheiten anheben. Mit 70 zu 68 Stimmen ging die Vorlage haarscharf den Bach runter.

«Die Gemeinde hat Geld ausgegeben und Schulden ­angehäuft.»Hansruedi Blatti

Drei Jahre später ist die Ausgangslage anders. «Die Gemeinde hat Geld ausgegeben und Schulden angehäuft», sagt Gemeindepräsident Hansruedi Blatti (FDP). Die Phase des Planens sei vorbei, es sei viel investiert worden, in den Hochwasserschutz oder in den Werkhof. Die Schulden sind von 1,5 auf 12 Millionen gestiegen.

Bis 2015 schloss die Gemeinde ihre Rechnungen mit Ertragsüberschüssen ab. Meist bewahrten ausserordentliche Steuereinnahmen, wie ein Lottogewinn, die Gemeinde vor einem Minus. 2016 folgten die roten Zahlen. Für das Jahr 2017 rechnet die Gemeinde mit einem Defizit von 340'000 Franken. Weitere Investitionen sind nötig. In den nächsten Jahren braucht die Gemeinde Geld für die Siedlungsentwässerung oder das Sekundarschulhaus. Zudem will der Gemeinderat Schulden abbauen.

Bei einer ersten Fassung des Budgets für 2018 habe ein Minus von rund einer Million Franken resultiert, erklärt der zuständige Gemeinderat Rudolf Schüpbach (SVP). Auch mit der Steuererhöhung wird zwar mit einem Aufwandsüberschuss von 324'000 Franken gerechnet. Dies sei aber vertretbar.

Die Votanten stellen sich mehrheitlich hinter den Gemeinderat. «Es tut weh, ist aber überschaubar», sagt ein Vertreter der EDU. Auch SVP, FDP und SP unterstützen den Antrag. Entsprechend kurz bleibt die Debatte, bevor die Wichtracher die Steuererhöhung deutlich an­nehmen.

Berner Zeitung

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