Wieder ein SP-Präsident

Urtenen-Schönbühl

Mit über 300 Stimmen Vorsprung wird Heinz Nussbaum zum neuen SP-Gemeindepräsidenten gewählt. Im Gemeinderat gibt es keine Sitzverschiebungen, das Zweiparteiensystem bleibt bestehen.

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Annic Berset

Seite an Seite treten der SP-Kandidat Heinz Nussbaum und der SVP-Mann Stefan Schafroth aus dem Gemeindehaus in Urtenen-Schönbühl. Die Stimmung wirkt freundschaftlich, auch wenn Schafroth eben erfahren hat, dass nicht er, sondern Heinz Nussbaum zum neuen Gemeinde­präsidenten gewählt wurde.

«Die Welt geht nicht unter, ich werde ja weiterhin als Gemeinderat tätig sein», erklärt Schafroth. Er respektiere das Resultat. «Ich selber habe für den Wahlkampf weniger Zeit investieren können.Heinz Nussbaum freut sich, dass die SP den Nachfolger von Hansueli Kummer stellen könne.

Und er sieht der weiteren Zusammenarbeit mit Stefan Schafroth positiv entgegen «Ich bin sicher, dass es weiterhin so gut klappen wird, wie das bisher der Fall war.» Er selber sei bis zur Bekanntgabe der Resultate angespannt gewesen, weil er die Wahl als offen empfunden habe.

Weiterhin zwei Parteien

Angesprochen auf das Zweiparteiensystem, das seit vier Jahren im Gemeinderat von Urtenen-Schönbühl besteht, meint der neue Präsident: «Wichtig ist, dass wir alle Parteien mit einbinden, auch wenn im Gemeinderat nur die SP und die SVP vertreten sind.» Persönlich hätte er es besser gefunden, wenn mehr Par­teien im Rat vertreten gewesen wären, «aber das Stimmvolk hatte es in der Hand und wollte das System nicht ändern».

Man sei aber stets auf gute Leute angewiesen, die sich für die Gemeinde einsetzen und Ämter übernehmen würden. «Da kann das Zweiparteiensystem manchmal ein Nachteil sein», sagt Heinz Nussbaum.

Im Gemeinderat gab es keine Sitzverschiebungen. Die SP konnte ihre vier Sitze verteidigen, die SVP ihre drei ebenso. Der Wahlverantwortliche der SP, Hanspeter Wenger, ist zufrieden. «Für uns ist es letztlich sehr gut ausgegangen.» Weil der diesjährige Wahlkampf aber mit mehr Parteien breiter ausgetragen worden sei, habe man aber nicht von Beginn an mit diesem Resultat rechnen können.

«Ich bin davon ausgegangen, dass die EVP einen Sitz gewinnen kann», sagt Wenger. Ähnlich klingt es bei der SVP: «Es wären bei der FDP und bei der EVP gute Kandidaten vorhanden gewesen», sagt Vizepräsident Christian Huber. Seine Partei sei froh, die drei Sitze behalten zu können. «Natürlich hätten wir gerne den Gemeindepräsidenten gestellt, mit Heinz Nussbaum können wir aber gut leben.»

Fehlende Listenverbindungen

Aufseiten der FDP gibt man sich gefasst. «Wir sind realistisch, ein solches Resultat war zu erwarten, aber natürlich hätten wir uns ein besseres gewünscht», führt Präsidentin Irène Koopmans aus. Der Regel, dass in Urtenen-Schönbühl keine Listenverbindungen erlaubt sind, könne man aber nicht allein die Schuld geben. «Es liegt an uns, zu schauen, dass wir in Zukunft besser zum Zug kommen.»

Der EVP-Kandidat Jürg Streiff hingegen empfindet es als schwierig, ohne Listenverbindung etwas auszurichten und in der Gemeinde repräsentiert zu sein. «Wir werden sicher darüber sprechen, ob und wie wir etwas an diesem Reglement ändern können.»

Resultate: Gemeindepräsident.Gewählt: Heinz Nussbaum (SP, 793 Stimmen) Nicht gewählt: Stefan Schafroth (SVP, 458) Gemeinderat.SP, gewählt: Heinz Nussbaum (1198, bisher), Susanne Grossenbacher (722, bisher), Marcelle Sheppard (577, bisher) Toni Cadinas (513). Ersatz: Regula Iff (505), Christian Knechtli (394). SVP, gewählt: Stefan Schafroth (988, bisher), Adrian Jordi (926, bisher), Jakob Bartlome (909). Ersatz: Markus Dürig (481). FDP, nicht gewählt: Stephan Nellen (320), Irène Koopmans (286). EVP, nicht gewählt: Jürg Streiff (346), Stefan Zürcher (131), Jonathan Yared (108), Ruth Altorfer (90), Marlene Abt (87), Markus Spring (75).

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