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«Windige Phasen wie jetzt sind schlicht Zufall»

Die Stürme häufen sich in letzter Zeit. Könnte man meinen. Doch der Eindruck täuscht.

Roger Perret vom Büro Meteonews erklärt, warum windige Phasen schlicht Zufall sind.
Roger Perret vom Büro Meteonews erklärt, warum windige Phasen schlicht Zufall sind.
zvg
Hier richtete der Wind massiven Schaden an: Wald der Burgergemeinde Niederbipp im Walebode.
Hier richtete der Wind massiven Schaden an: Wald der Burgergemeinde Niederbipp im Walebode.
Thomas Peter
Auch die Meteorologen von Meteonews haben die Situation am Dienstag kurz nach 9 Uhr neu eingeschätzt: Für die Nordwestschweiz galt Gefahrenstufe Rot. Heisst: «Schwerer Sturm».
Auch die Meteorologen von Meteonews haben die Situation am Dienstag kurz nach 9 Uhr neu eingeschätzt: Für die Nordwestschweiz galt Gefahrenstufe Rot. Heisst: «Schwerer Sturm».
Screenshot/Meteonews
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Wegen Sturm Evi, der bis am Mittwoch durchs Land fegte, gingen bei der Kantonspolizei Bern rund 80 Schadenmeldungen ein. Gut ein Drittel davon kam aus dem Oberland. Mehrheitlich ging es um umgestürzte Bäume, die Strassen versperrten.

Auch der Sendemast auf dem Niederhorn wurde beschädigt; in weiten Teilen des Berner Oberlands waren am Mittwoch deshalb keine SRF-Radioprogramme zu empfangen. Menschen kamen im Kanton Bern nirgendwo zu Schaden.

Alles in allem ging Evi hier deutlich glimpflicher aus als Burglind: Am 3. Januar gingen bei der Kantonspolizei über 700 Meldungen ein.

«Wir erleben im Moment eine windige Phase», erklärt Meteorologe Roger Perret. Seit bald 20 Jahren arbeitet er beim Büro Meteonews. In dieser Zeit hat er schon mehrere ­stürmische Winter erlebt.

Solche Phasen seien also nicht ausserordentlich selten, sondern «schlicht Zufall» – das Zusammentreffen von verschiedenen Faktoren, sagt Perret. Verändert habe sich womöglich die Wahrnehmung der Menschen: In einer Zeit, in der bei einem Sturm innert Minuten Tausende Videos und Fotos in den sozialen Medien auftauchen, kann durchaus der Eindruck entstehen, dass es kaum je so stürmisch war wie jetzt.

Schäden treten laut Perret in der Regel bei Windgeschwindigkeiten ab 100 Stundenkilometern im Flachland auf. Diesen Wert dürfte Sturm Friederike, der heute Donnerstag erwartet wird, in der Schweiz nicht erreichen. Deutschland und die Beneluxstaaten dagegen wird er stark treffen.

Wald diesmal verschont

Bei Burglind knickten hierzulande zahlreiche Bäume um, andere stehen seither expo­nierter. Deshalb bestand Anlass zur Sorge, dass beim nächsten Sturm nochmals viele Bäume fallen könnten. Dies ist aber nicht ­geschehen. Der bernischen Volkswirtschaftsdirektion sind nach Evi jedenfalls keine grösseren Waldschäden bekannt.

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