«Wir sind in Bern offenbar zu behämmert...»

Bern

«Rolltreppen fahren: Berner oft überfordert»: Dieser Beitrag in der Rubrik «Aufgeschnappt» sorgte für zahlreiche Kommentare.

Proppenvoll: Auf den Rolltreppen im Berner Hauptbahnhof gibts häufig kein Durchkommen.

Proppenvoll: Auf den Rolltreppen im Berner Hauptbahnhof gibts häufig kein Durchkommen.

(Bild: Tanja Buchser)

Leserin Anna Burkhalter aus Bern löste die Debatte aus. Im «Forum» nervte sie sich darüber, dass viele Leute ganz offensichtlich Mühe bekunden mit «korrektem» Rolltreppenfahren. Insbesondere im Berner Hauptbahnhof. Ein Durchkommen sei oft nicht möglich. Und unten an der Rolltreppe komme es zu Staus, weil Passanten abrupt stehen blieben. «Ich weiss einfach nicht, was daran so schwierig sein soll: Man steht auf der Rolltreppe rechts und lässt jene vorbei, die etwas schneller vorwärtskommen wollen. Das ist ganz simpel und kostet nichts!» So brachte es Anna Burkhalter auf den Punkt. Und erntet damit breite Zu­stimmung.

«Es stimmt, es wäre wirklich ganz simpel. Doch leider scheinen dies viele Leute nicht zu begreifen», schreibt etwa Ursula Koch-Suter aus Bern. Manni Meier aus Spiez doppelt nach: «Rolltreppen sind ja eigentlich eine wunderbare Einrichtung. Aber ich frage mich selber immer wieder: Warum kann man/frau nicht automatisch rechts stehen, damit die linke Seite für Eilige frei ist?»

London, Berlin, Zürich

Und es werden Vergleiche gezogen mit dem Verhalten in anderen Städten. «Wir waren diese Woche in London. Dort wird das ‹Rechts stehen, links gehen› richtiggehend zelebriert», berichtet Markus Säuberli aus Kehrsatz. Eine Hilfe dabei seien sicher auch die zahlreichen Schilder, die auf diese Gepflogenheit hinweisen. Erika Ramseier aus Spiegel bei Bern meint: «Mich nervt es auch immer, wenn Leute breitbeinig mitten auf der Treppe stehen. In Grossstädten wie London ist das gar kein Thema.»

Die englische Hauptstadt wird mehrfach genannt, wenn es ums problemlose Rolltreppenfahren geht. Aber auch Berlin kommt zur Sprache. «Ich stand dort links auf einer Rolltreppe – allerdings nicht lange. Denn plötzlich wurde ich mit dem Spruch ‹rechts stehen, links gehen› auf die falsche Position hingewiesen», erzählt Erich Brandenberger aus Thun. Und der unmissverständlich formulierte Einwand des Fussgängers hinter ihm zeigte Wirkung: «Der Spruch ist mir geblieben – und bis heute auf jeder Rolltreppe präsent.»

In diesem Zusammenhang wird ebenfalls die Limmatstadt erwähnt. «Wer falsch steht, wird in Zürich oft recht unsanft angerempelt und wegbugsiert. Da stellt man sich schon aus Selbstschutz rechts auf die Stehspur. Damit die Eiligen ja nicht zu spät zu ihrem nächsten Termin kommen – und man selber die Reise unbeschadet fortsetzen kann», stellt Erika Frewein aus Bern fest.

Und Toni Besutti aus Hünibach sagt geradeheraus: «Anscheinend sind die ‹vo Züri› tatsächlich cleverer. Das mit dem rechts Stehen spielt dort bestens. Wir sind in Bern offenbar zu behämmert oder zu dämlich, das zu begreifen!» Klatsch.

«Normale Treppe benutzen»

Doch man kann dem Puff auf den Rolltreppen auch anders begegnen. «Ganz einfach: Die Rolltreppe gar nicht erst benutzen, sondern die normale Treppe daneben. Fitness ist inbegriffen – und der Ärger hält sich in Grenzen.» Dies ist der Tipp von Béatrice Keller aus Ittigen. Und damit steht sie nicht allein da.

Dass Eilige und Gesunde durchaus auch die normale Treppe benutzen könnten, wird immer wieder angesprochen. Und an jene, die es auf der Rolltreppe eilig haben, stellt Thomas Welti aus Stettlen die Frage: «Wie viel Zeit gewinnt man denn, wenn man eine Rolltreppe runterrennt, anstatt sich gemütlich runterfahren zu lassen?»

Markus Reist aus Blumenstein schliesslich findet klipp und klar: «Überlasst die Rolltreppen doch einfach denen, die mit dem Treppensteigen Mühe haben. Diese Leute haben in der Regel auch nicht das Bedürfnis, Rolltreppen hoch- und runterzujagen.» Punkt.

Berner Zeitung

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