Wohnen rund um die Brauerei Felsenau

Auf dem Areal der Brauerei Felsenau ist eine Überbauung mit rund 100 Wohnungen geplant. Davon sollen ein Drittel preisgünstige Wohnungen sein. Die Brauerei bleibt in ihrer heutigen Form bestehen.

Auf dem Areal der Brauerei Felsenau sollen 100 Wohnungen entstehen. Bier wird aber auch in Zukunft gebraut.

Auf dem Areal der Brauerei Felsenau sollen 100 Wohnungen entstehen. Bier wird aber auch in Zukunft gebraut.

(Bild: PD)

Markus Ehinger@ehiBE

Die Stadt Bern wächst stetig. Bis 2030 sollen 150'000 Menschen in Bern wohnen – 17'000 mehr als heute. Das Problem: Der Wohnungsbau hält kaum Schritt mit dem Bevölkerungswachstum. Auf dem ganzen Stadtgebiet sind jedoch zahlreiche Überbauungen geplant. Und jetzt kommt ein weiteres Projekt hinzu.

Auf dem Areal der Brauerei Felsenau sollen rund 100 Miet- und Eigentumswohnungen entstehen. An einem Input-Event des Immobilienentwicklers Halter AG wurden am Mittwoch auf Einladung des Wirtschaftsraums Bern die laufenden Arbeiten präsentiert. Geplant sind demnach zwei Wohnsegmente: ein Drittel preisgünstige Wohnungen gemäss Wohninitiative sowie zwei Drittel im Stockwerkeigentum.

Viele Hindernisse

Bis man in der Felsenau bauen kann, wird noch viel Aarewasser an der Brauerei vorbeifliessen. Zahlreiche Hindernisse müssen überwunden werden. So stellen sich Fragen zur Zone und zum Denkmalschutz. Ausserdem befindet sich das Areal im Aaretalschutzgebiet.

«Hier hat man die absolute Kumulation aller Schwierigkeiten», sagte Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) am Input-Event. «Ich wünsche der Grundeigentümerschaft, der Brauerei, den Entwicklern, der Stadt und dem Quartier, dass man hier Industrie und Wohnen mit entsprechender Verdichtung verbinden kann», sagte von Graffenried.

Die Stadt ist gefordert

Aktuell befindet sich das Areal in einer Industrie- und Gewerbezone, «deshalb dürfen wir nicht einfach bauen», sagte Jeanette Beck, Bereichsleiterin Raumentwicklung des Stadtplanungsamts der Stadt Bern. Sie sitzt auch in der Jury für den laufenden Studienwettbewerb.

Die Stadt sei gefordert, die Zone neu zu definieren: Der Zonenplan und die bestehende Überbauungsordnung müssen geändert werden. Auch Fragen nach dem Städtebau an diesem Ort, nach der qualitätsvollen Verdichtung oder dem Mass der Nutzung sollen geklärt werden.

Nachdem das Geschäft im Gemeinderat und im Stadtrat behandelt worden ist, folgt eine Volksabstimmung. Diese dürfte in drei oder vier Jahren stattfinden. Parallel zu diesem Prozess kann das Bauprojekt mit Architekten ausgearbeitet werden.

Wohnen und Bier brauen

Das Land, auf dem die rund 100 Wohnungen entstehen sollen, gehört den früheren Eigentümern der Brauerei Felsenau, Stefan Simon und Martin Thierstein. Die Halter AG wird ihnen die Bauparzellen abkaufen und die Überbauung umsetzen.

Dabei müssen die Bierliebhaber aber nicht um das Bärner Müntschi oder das Junker-Bier bangen: Die Brauerei wird auch in Zukunft weiterbestehen. Es soll sogar ein Biergarten entstehen, in dem Felsenau-Bier ausgeschenkt wird. «Wer die Ruhe sucht, wird kaum jemals hier wohnen», sagte Herbert Zaugg von der Halter AG. Auf dem Gelände kurven 40-Tönner herum, selbst am Samstag werden Harassen gestapelt.

«Es braucht ein Miteinander. Man muss sich gegenseitig akzeptieren.» Diese Aussagen beruhigen Bernard Fuhrer, der seit Anfang Jahr Eigentümer der Brauerei ist. Sie wächst Jahr für Jahr – auch 2018 wieder, dank heissem Sommer und Fussball-WM. «Auch wenn hier dereinst Leute wohnen, müssen wir weiterwachsen können», betont Fuhrer.

Berner Zeitung

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