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Berner besucht «Zibelimäret»

Ein Berner flaniert über den Oensinger Zibelimäret und vergleicht ihn mit dem Berner Zibelemärit. Sein Fazit: Der Märet in Oensingen ist zwar der längste Zwiebelmarkt der Schweiz. Aber mit dem Berner Zibelemärit hat er wenig gemeinsam.

«Bis jetzt ist unser Stand sehr gut gelaufen», meint Maria Hofstetter freudestrahlend und verkauft einen schönen Zwiebelbund. Neben ihrem Stand baumeln ein paar Zwiebelbünde an einer Heinze, einem dreieckigen Holzgestell, das die Bauern früher als Heutrockner benutzt hatten. «Die haben wir am Berner Zibelemärit gesehen. Sie eignen sich wunderbar zum Dekorieren», meint Frau Hofstetter. Sie gehe öfters an den Berner Märit, um dort neue Ideen für ihren Stand zu suchen. «Die spezielle Stimmung am Morgen früh, wenns noch dunkel ist, gefällt mir besonders. Einzig die blöden Schlaghämmerli sind nicht unbedingt nötig», findet sie.

Grosser und kleiner Bruder

Im Gegensatz zum grossen Bruder, dem Berner Zibelemärit, fällt einem an Oensinger Zibelimäret die familiäre ruhige Atmosphäre auf: Kein Gedränge, keine Pöbeleien, man muss nicht dauernd den Konfetti-Werfern ausweichen und zu Hause dann die halbe Wohnung staubsaugen oder aufpassen, dass einem die Handtasche gestohlen wird. Idylle pur, und nach etwa 200 Metern ist man schon durch den ganzen Markt gelangt. In der Hauptgasse reiht sich Stand an Stand. Die Pfader verkaufen Chnoblibrot, der Badmintonclub betreibt einen Crêpesstand.

Im Lunapark vergnügen sich kleinere Kinder auf der «Putschautobahn». Die beiden 20-jährigen Franziska Peier und Ramona Bucher aus Stüsslingen kommen sich da ein wenig verloren vor. «Das ist nichts für uns, hier ist nicht viel los für Jugendliche», meint Ramona. «Es ist halt wie an einer Chilbi. Am Abend fliesst ziemlich Alkohol, und die Kebabstände passen irgendwie nicht so zu den schnuggeligen Holzhäuschen mit den Zwiebeln», findet sie. Immerhin das hat Oensingen mit Bern gemeinsam.

Urgestein

Ein Urgestein des Oensinger Zibelimärets ist die 64-jährige Ursula Meise, welche für den Kirchenchor Zwiebeln verkauft. Sie war schon vor 40 Jahren bei der Gründung des Marktes dabei. «Damals feierten wir das ganze Jahr das 1000-jährige Bestehen Oensingens und brauchten für den Herbst noch ein Fest», worauf kurzerhand der Zibelimärit für das Gewerbe gegründet worden sei. «Wir gingen zu Beginn oft nach Bern, um zu schauen, wie die das machen», sagt sie und fügt stolz an:?«Bern hat zwar den grössten Zwiebelmarkt der Schweiz, aber wir haben den längsten, und nicht so ein Theater mit den Konfetti».

Am Wochenende ist der Oensinger Markt fürs einheimische Gewerbe reserviert. Ab Montag kommen dann Marktfahrer aus der ganzen Schweiz ins Dorf. Trotz des beschaulichen Dorffestcharakters habe sich der Zibelimäret stark verändert, meint Ursula Meise. Das Angebot sei grösser geworden, die Essstände und Bars hätten zugenommen, dafür gebe es weniger Kunst- und Handwerk. Leider verkaufe sie auch nicht mehr so viele Zwiebeln wie früher, sagt Frau Meise und erklärt, wie sie mit den Kirchenchorleuten die Zwiebeln bindet. Die typischen Oensingerzwiebeln sind rund und werden eine nach der anderen mit Gartenbast an Weidestecken oder Holzkochlöffeln angebunden.

«Petrus ist ein Oensinger», freut sich derweil OK-Präsidentin Theres Mathys über das schöne Wetter. Wenn weiterhin keine Zwischenfälle passierten und die Besucher und Standbetreuer sagen würden: «Das war jetzt wieder ein guter Markt», sei sie hoch zufrieden.

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