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Billiggeist

Wie war das noch? Jeder kann einen Film machen! Nun, auch Oren Peli hat einen Film gemacht. Einen mit einer abnormal hohen Rendite. Ja, so etwas gibts; sogar in Krisenzeiten. Nur, wer zum Teufel ist Oren Peli? Ein Mann aus San Diego mit einer gar nicht so guten Idee. Oder finden Sie es besonders originell, eine Handkamera auf ein Stativ zu stellen und damit ein Paar während der Nacht zu filmen? Nein, nein, bei «Paranormal Activity», so heisst der Film mit der Wahnsinnsrendite, handelt es sich nicht um einen Amateursexfilm. Vielmehr um Heimhorror: Die Kamera läuft, und das Schlafzimmer von Katie und Micah verwandelt sich in ein Gruselkabinett. Oder so ähnlich. Denn das Publikum muss sich etwas gedulden, bis der Teufel rauskommt: Ein Poltern weckt Katie, ein Luftzug geht durch den Raum, die Tür fällt plötzlich ins Schloss, Katies Decke wird langsam weggezogen... All das ereignet sich im Schlafgemach, verteilt über zwanzig Nächte; jede Nacht setzt das Böse noch einen drauf. Und all das zusammen ist tatsächlich einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. «Blair Witch Project»? Können Sie vergessen, viel zu teuer. Der Handkamerahorror über Jugendliche, die sich im tiefen Wald verirren, kostete (anno 1999) 60000 Dollar. «Paranormal Activity» nur 15000 – und hat bisher allein in den USA 104 Millionen Dollar eingespielt. Das entspricht dem 6900-fachen des Aufwands. Wir erinnern uns: Der 86-minütige Film besteht praktisch nur aus ein paar Stativbildern und einem Hauch von Special Effects. Steven Spielberg sah diesen Film vor ein paar Jahren, kaufte ihn und änderte den Schluss. Nun ist Oren Peli ein gemachter Mann. Vielleicht kann wirklich jeder einen Film machen. Um erfolgreich zu sein, muss er aber noch in die richtigen Hände geraten. Benjamin BögliDer Film läuft ab heute im Kino >

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