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Bis 1962 durften nur die Knaben spielen

kirchbergDie Knabenmusik von einst hat ausgedient, es lebe die Jugendmusik: Kirchberg hat am Wochenende das 75-Jahr-Jubiläum seines jungen Korps gefeiert. Mit Darbietungen rund um eine Jukebox, wie sie für das Korps in dieser Form neuartig waren.

Gut möglich, dass der Jubiläumsanlass die jungen Leute im Alter von 9 bis 22 Jahren besonders beflügelte. Die vielen Leute, die sich die Show zum 75-jährigen Bestehen der Jugendmusik Kirchberg ansahen, hatten jedenfalls ihre helle Freude am Gebotenen. Umso mehr, als diese Art der Musikpräsentation ein Novum in der Geschichte der Formation war, wie ihr Präsident Thomas Aebi sagte. Die szenisch und gesanglich untermalte Performance rund um eine Jukebox bereitete den Kindern und Jugendlichen ganz offensichtlich Spass. Grussbotschaften, Gratulationen und Geschenke von Gemeinde- und Musikverbandsvertre-tern gab es an diesem Jubiläumsabend à discretion. Besonders freute sich das Publikum über vier Musikanten der ersten Stunde. Knabenmusik hiess die heutige Jugendmusik bis 1962. Erst dann waren auch Mädchen zugelassen. Kirchberg war damals sehr fortschrittlich, Bern zum Beispiel, sagte Aebi, habe bis heute eine Knabenmusik. Immer blau angelaufen Beim Blasen der Trompete sei er immer blau angelaufen, erinnerte sich der heute 89-jährige Fritz Flückiger. Deshalb habe er die Trompete schnell einmal gegen den Fussball getauscht. Sein Kollege dagegen, der heute 84- jährige Es-Horn Spieler Ferdinand Mühlethaler, wechselte nach seiner Zeit in der Knabenmusik nahtlos zur Musikgesellschaft Kirchberg-Ersigen. Dort spielen inzwischen auch sein Sohn und seine Grosskinder. Die Knabenmusik habe 1935 dank einer Sammeltuchaktion am Emmentalischen Musiktag 1935 gegründet werden können, erzählte Aebi in einem geschichtlichen Abriss. 152 Franken seien damals zusammengekommen. Zwei Jahre später, beim ersten Auftritt, seien bereits 46 Knaben im Korps gewesen. Diese Zahl gelte noch heute, fügte Aebi an. Wegen der heute viel breiter gefächerten Möglichkeiten der Freizeitgestaltung sei es ungleich schwieriger geworden, junge Leute an einen Verein zu binden. Und in Kirchberg gebe es halt nicht wenige Vereine, so Aebi, der auch Dirigent der Wyniger Musikgesellschaft ist. Besonders erfreut zeigte er sich bei alledem über die seit zwei Jahren bestehende Zusammen-arbeit mit der Musikschule Burgdorf. Auch wenn wegen des nun höheren Niveaus der Übertritt zum «grossen Musikkorps» zuweilen etwas schwieriger werde – der Alterdurchschnitt der Musikgesellschaft Kirchberg-Ersigen liege derzeit immerhin unter 30 Jahren. Lilo Lévy-Moser >

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