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BKW erhöht AKW-Sicherheit

MühlebergDie BKW plant zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen im AKW Mühleberg. Gleichzeitig teilte sie gestern mit, dass man bei einer kurzfristigen Abschaltung die Stromlücke mit Importstrom kompensieren müsste. Das wäre vor allem Strom aus fossilen Energieträgern.

Die Hauptbotschaft an der gestrigen Pressekonferenz war kurz und klar: Die BKW-Verantwortlichen leiten zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen beim AKW Mühleberg ein. Einen kurzfristigen Ausstieg aus der Atomenergie strebe die BKW hingegen nach wie vor nicht an – nicht solange die Sicherheit gewährt sei. Die zwei nun bereits eingeleiteten Massnahmen: Das AKW wird so umgerüstet, dass sichergestellt ist, dass die Abklingbecken für die Brennstäbe gekühlt werden können, ohne dass jemand das Gebäude betreten muss. Künftig sollen Löschgeräte und andere Einsatzmittel dezentralisiert, das heisst in verschiedenen Gebäuden im AKW-Areal untergebracht werden, sodass sie im Notfall auch dann erreichbar sind, wenn ein Gebäude nicht mehr betreten werden kann. Post an die Atombehörde Überdies musste die BKW wie die anderen AKW-Betreiber bis gestern einen Bericht an das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) abliefern. Darin sollen mögliche Probleme im Fall von Erdbeben und Hochwasser thematisiert werden. Was genau im Bericht an das Ensi steht, wollte die BKW gestern nicht verraten. Zunächst sei es am Ensi, den Rapport zu beurteilen, sagte BKW-Direktionspräsident Kurt Rohrbach zur Begründung. Auch für weitere Massnahmen zur Sicherheit des AKW steht die BKW weiterhin im Kontakt mit der Atomsicherheitsbehörde. Dabei geht es unter anderem um die Probleme mit dem Kernmantel ? und um die umstrittenen Zuganker, welche die Sicherheit des Kernmantels trotz der Risse gewährleisten sollen. BKW-Verwaltungsratspräsident Urs Gasche betonte, dass das AKW sofort ausgeschaltet würde, wenn die Sicherheit nicht mehr gewährleistet sei ? «und zwar ohne Rücksicht auf ökonomische Aspekte». AKW versus Klima Wo würde die BKW den Strom für den Kanton Bern beziehen, falls das AKW Mühleberg doch bereits in der nächsten Zeit abgeschaltet werden müsste? Rohrbach wie Gasche hielten fest, dass es vorderhand keine andere realistische Möglichkeit gäbe, als den fehlenden Strom zu importieren. Das Problem dabei: Dieser Strom stamme vor allem aus nichtklimaneutralen Quellen: «Im besten Fall kann davon ausgegangen werden, dass wir einen durchschnittlichen EU-Mix beziehen würden, der zur grossen Mehrheit aus fossil produziertem Strom besteht», sagte BKW-Chef Rohrbach. Das sei nicht überraschend, auch Deutschland nehme mit der Ausserbetriebnahme von Kernkraftwerken einen höheren CO2-Ausstoss in Kauf, indem es ältere, wenig effiziente Gas- und Kohlekraftwerke wieder in Betrieb genommen habe. Strom aus Deutschland Bereits letztes Jahr wurden 57 Prozent der Elektrizität in Deutschland aus fossilen Energieträgern wie Kohle und Gas gewonnen. In diesem Jahr dürfte sich in Deutschland der Anteil des aus fossiler Energie stammenden Stroms noch wesentlich vergrössern. Würde der Anteil des aus fossilen Trägern gewonnenen Stroms im Kanton Bern ebenfalls markant steigen, könnte es sein, dass sich etliche zukunftsträchtige CO2-neutrale Innovationen plötzlich ökologisch gesehen nicht mehr lohnen ? so das Elektroauto. Mischa Aebi >

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