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Blaufahrer verurteilt

regionalgerichtZwei Angeschuldigten, einem Mann und einer Frau, wurden verschiedene Delikte vorgeworfen. Das schwerste Vergehen war das Führen eines

Im Februar 2009 verlor nachts ein Autofahrer an der Brienzstrasse in Interlaken die Kontrolle über sein Fahrzeug. Das Auto prallte nach einer Kurve in Richtung Brienz rechts der Strasse in eine Gartenmauer. Beim Eintreffen der Polizei war nur noch die verletzte Beifahrerin anwesend. Sie musste mit der Ambulanz ins Spital transportiert werden. Der Lenker hatte sich aus dem Staub gemacht. Nur kurze Zeit später konnte er aber in der Nähe angehalten werden. Er wies nur leichte Verletzungen auf, war aber stark alkoholisiert. Der Atemlufttest ergab einen Wert von etwas über zwei Promille. Zahlreiche Delikte Gestern fand in Thun die Hauptverhandlung vor dem Regionalgericht Berner Oberland statt. Dem ohne Verteidiger erschienen Angeschuldigten wurde eine ganze Reihe von Delikten zur Last gelegt. Das schwerwiegendste war das Führen eines Personenwagens in angetrunkenem Zustand. Dazu kamen einfache Verkehrsregelverletzungen durch Nichtbeherrschen des Fahrzeuges, Führerflucht nach Verkehrsunfall mit Verletzten, pflichtwidriges Verhalten bei Unfall (Nichtsichern der Unfallstelle). Der Beifahrerin wurden versuchte Irreführung der Rechtspflege und Überlassen eines Fahrzeugs an einen Angetrunkenen zur Last gelegt. Starker AlkoholkonsumDie beiden hatten sich auf einem Beizenbummel in Interlaken zufällig getroffen. Sie sprachen kräftig dem Alkohol zu. Als sie das zuletzt besuchte Lokal verliessen, konnte die Frau vorerst ihr Auto nicht finden. Nachdem sie den Wagen doch noch ausfindig gemacht hatten, setzte sich der Mann ans Steuer und fuhr Richtung Brienz. Wenig später kam es zum Unfall. «Sie hätten wissen müssen, dass der Lenker angetrunken war und ihm deshalb ihr Auto nicht überlassen dürfen», warf Gerichtspräsident Peter Moser der Angeschuldigten vor. Zudem soll sie nach dem Unfall ausgesagt haben, dass sie das Fahrzeug gesteuert habe, woran sie sich nicht mehr erinnern konnte. Damit wäre der Tatbestand versuchter Irreführung der Rechtspflege erfüllt gewesen. Der Verteidiger der Angeschuldigten kritisierte, dass die verletzte Frau im Schockzustand von der Polizei befragt worden sei. Zudem betrachtete er das Überlassen des Autoschlüssels an den Mann nicht als ein Vergehen. Weil die beiden nicht den ganzen Abend zusammen verbracht hätten, habe die Frau den Grad der Alkoholisierung des Mannes nicht beurteilen können. Er beantragte deshalb einen Freispruch. Die Strafen: 200 Tagessätze zu 70 Franken, bedingt erlassen auf fünf Jahre, plus eine Verbindungsbusse von 3500 Franken sowie eine Geldstrafe von 7200 Franken aus einem früheren Urteil für den Mann. Für die Frau setzte es fünf Tagessätze zu 80 Franken (bedingt erlassen auf zwei Jahre) sowie 20 Stunden gemeinnützige Arbeit ab. Hans Kopp >

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