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Bürki folgt den Spuren Wölflis

Mit Roman Bürki im Tor bestreitet Thun morgen den Cup-Viertelfinal in Kriens. Der YB-Leihgabe wird von allen Seiten viel Talent attestiert. In Thun muss er sich aber erst noch durchsetzen. Wie einst Nationalgoalie Marco Wölfli.

YB-Goalietrainer Peter Kobel wird sich etwas mehr versprochen haben von seinem Besuch im Thuner Lachenstadion am letzten Samstag. Zwar kam bei den Oberländern Roman Bürki im Tor zum Einsatz, beim 4:0-Sieg gegen einen schwachen FC Gossau hatte die YB-Leihgabe kaum einen Ball zu halten. Bürki schmunzelt, als er sich an Kobels vergeblichen Versuch erinnert, ihn bei Paraden und in entscheiden Spielsituationen zu beobachten. Dann sagt er: «Ich habe mich über sein Erscheinen trotzdem sehr gefreut.» Im Sommer wechselte Bürki leihweise von den Young Boys zum FC Thun. Bei den Stadtbernern war der 19-Jährige zuvor hinter Marco Wölfli und Paolo Collaviti die Nummer 3 in der Goaliehierarchie gewesen und spielte für die U21 in der 1. Liga. In Thun entschied sich Trainer Murat Yakin zu Beginn der Vorrunde für Sascha Stulz als Stammgoalie. Bürki ist bisher erst zu drei Einsätzen über die ganze Spielzeit gekommen, beim 9:1 gegen Nyon wurde er kurz vor Schluss eingewechselt. Der Vater als Vorbild Am Sonntag will der FC Thun mit einem Sieg in Kriens (14 Uhr) in den Cup-Halbfinal einziehen und Bürki wird den gesperrten Stulz vertreten. Die Zuversicht bei den Oberländern ist gross, die Hoffnung auf eine interessante Affiche im Viertelfinal zusätzliche Einnahmen ebenso. «Wir werden alles tun, um im Cup zu überwintern», sagt Bürki. Von Nervosität will der junge Goalie aber nichts wissen. «Ich weiss ich schon lange, dass ich morgen spiele. So konnte ich mich optimal vorbereiten.» Trotz der Bedeutung des Spiels für Mannschaft und Klub spricht er nicht vom wichtigsten Match seiner Karriere. «Alle Partien sind für mich gleich wichtig», sagt er. Obwohl erst 19 Jahre alt, verfügt er über einige Erfahrung. Nachdem er bei den Münsinger D-Junioren noch hin und wieder als Verteidiger spielte, steht er seit den C-Junioren ausschliesslich im Tor. «Die Position hat mich fasziniert», sagt er, «und auch das Trikot, das den Goalie von den Feldspielern unterscheidet.» Und dann ist da auch noch der Vater als Vorbild. Jahrelang hütete Martin Bürki das Tor des Erstligisten Münsingen. «Bei den Spielen stand ich immer hinter dem Tor und schaute ihm zu.» Roman Bürkis Talent wurde erkannt, seine Entwicklung verlief kontinuierlich. Er erhielt Aufgebote für die Nachwuchsnationalmannschaften, unterdessen steht er im Kader der Schweizer U20. Seit geraumer Zeit sprechen die Verantwortlichen bei den Young Boys von Bürkis Potenzial. Sie hoffen, der Keeper übernehme bei YB eines Tages die Rolle von Marco Wölfli als Rückhalt und Identifikationsfigur. Nahe Zukunft in Thun Yakins Entscheid, im Thuner Tor vorerst auf Stulz zu setzen, bremst Bürki nun erstmals in seiner Karriere. «Es ist für mich eine neue Erfahrung, auf der Bank zu sitzen», sagt er, doch er verweist sogleich auf die Parallele zu Wölfli: «Auch er wurde 2002 nach Thun ausgeliehen und musste sich durchsetzen.» Der Kontakt zu den Young Boys beschränkt sich für Bürki nicht auf die Besuche des Goalietrainers. Vor kurzem war er zum traditionellen Essen eingeladen, bei dem sich aktuelle und ehemalige YB-Torhüter treffen. «Die Begegnung mit dem legendären Walter Eich war eindrücklich», sagt Bürki. In der Rückrunde will er sich in Thun als Nummer 1 etablieren. Die Grundlagen für seine Zukunft im Oberland werden gelegt. Der Leihvertrag soll bis zum nächsten Winter verlängert werden. Peter Kobel dürfte also weiter ins Lachenstadion fahren. Verläuft alles nach Bürkis Plan, hat er dann öfter Grund dazu.Alexander Wäfler>

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