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«Cardinal wird widerstehen»

Gegen 2500 Personen

Innert nur 24 Stunden folgten 2500 Freiburgerinnen und Freiburger dem Aufruf der Gewerkschaft Unia zu einer Platzdemonstration vor den Toren des Cardinal-Geländes. Unia-Regionalsekretär Armand Jacquier sprach von einem ersten Zeichen, das gesetzt wurde. «Warten wir den 23.September ab, danach wird die Belegschaft uns wieder brauchen», rief Jacquier der Menge zu. Am 23.September läuft die Frist ab, die sich Feldschlösschen genommen hat, um alternative Vorschläge der Belegschaft zu prüfen. Jacquier und andere Gewerkschafter sprachen vom Erhalt der Arbeitsplätze. Der Slogan hiess denn auch: «Stellen und Erfahrung in Freiburg lassen. Unterstützen wir Cardinal.» Aber Jacquier liess auf mehr hoffen: «Cardinal wird ein zweites Mal widerstehen.» René Fragnière, Vertreter der Cardinal-Betriebskommission, wurde es «warm ums Herz», angesichts der grossen, sehr kurzfristig erreichten Unterstützung der Bevölkerung. Politiker suchen Volksnähe Vor allem Politiker der Linken nutzten die improvisierte Bühne eines Lastwagens, um Stimmung zu machen. SP-Präsident Christian Levrat erntete viel Applaus. «Cardinal gehört zu Freiburg wie die St.-Niklaus-Kathedrale oder Gottéron», befand Levrat. Auch CSP-Nationalrätin Marie-Thérèse Weber-Gobet nahm die Gelegenheit wahr. Sie wolle, dass in den Beizen weiterhin «äs juschts Bier, äs Cardinal» bestellt werden könne. Etwas überrascht nahmen die Zuhörerinnen und Zuhörer davon Kenntnis, dass auch der Freiburger Syndic Pierre-Alain Clément (SP) ans Mikrofon trat. Mit seinen früheren (wohl realistischen) negativen Aussagen zum Standort Freiburg hatte er sich im Volk keine Freunde gemacht. Am Samstag betonte er nun, dass die Stadt alles machen werde, um die 75 Arbeitsplätze erhalten zu können. Auch Vertreter der Protestbewegung von 1996 hatten ihren Auftritt. Allen voran Hans Schneider, ehemaliger Cardinal-Chauffeur und Symbolfigur des Widerstands. Auch im Ruhestand zeigte er seine Verbundenheit mit Cardinal, im gelben Arbeitstenü gekleidet und mit einer Grussbotschaft an die früheren Kollegen. Nationalrat Dominique de Buman (CVP), 1996 als Syndic vorne mit dabei, lobte die Organisatoren für ihren Einsatz. Wie alle Redner regte sich de Buman über die «namenlosen Manager» des Bierkonzerns Carlsberg auf, die keinen Sinn für Tradition hätten und die Braukultur zerstören würden. Die friedlichen Demonstranten unterbrachen die Redner immer wieder mit Cardinal-Rufen. Auffällig war die grosse Zahl junger Teilnehmer. Ein Zeichen dafür, dass der Facebook-Protest (über 23000 Mitglieder bei «Rettet Cardinal») auch auf die Strasse getragen werden kann. Demo glich einem Botéllon Die grösste Unterstützung, welche die in Cardinal-Gelb gekleideten Demonstranten ihrem Bier zeigten, war flüssiger Art. Dutzendfach wurden Packungen Cardinal herangekarrt und während der Veranstaltung getrunken. Zusätzlich zapften auch die Veranstalter Bier, sodass die Cardinal-Passage teilweise einem Botéllon glich. Für einmal toleriert von den Behörden.pj/tob >

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